Adventskalender: das sechste Türchen – Sonntagsruhe

Im Advent habe ich mir für die Sonntage fest vorgenommen weder lange im Internet zu surfen, noch viel vor dem PC zu sitzen. Deshalb hier nur meine besten Wünsche für einen schönen und erholsamen Adventssonntag. Und ein Blick vor mein Haustürchen:

Adventskalender: das fünfte Türchen – scheinbar auch zu

Liebe des Lebens von ungeahnter Länge
Es war einmal eine 37-jährige fesche Dame. Die verliebte sich in einen 83-jährigen Charmeur der alten Garde. Sie dachte er sei die Liebe ihres Lebens. Und es kam tatsächlich so:
Heute ist er 106 Jahre als und immer noch berufstätig.

Johannes „Jopie“ Heesters wurde gestern 106 Jahre alt.

Haben die Engel ein Vetorecht?
Für ihn scheint bei Petrus das Himmels-Türchen wohl weiterhin verschlossen zu bleiben. Ob die Engel ihn haben singen hören???

In vier Jahren soll er ja wieder bei „Wetten-dass“ zu seinem 110. auftreten, sofern er bis dahin noch lebt – der Gottschalk.

 

 

Adventskalender: das vierte Türchen – „zugesperrt“

Tür zu
Als Neurologe verfasst man ja immer wieder Gutachten. Unter anderem auch für die Amtsgerichte in Betreuungsangelegenheiten. Leider eben auch Unterbringungssachen.

Erst in diesen Tagen wieder musste ich letztlich gutachterlich raten, eine Patientin mit Alzheimer-Demenz in einem geschlossenen Heim „unterzubringen“. Um „erheblichen gesundheitlichen Schaden“ von ihr abzuwenden, wie es so juristisch dann heisst.

Das fällt mir auch nach vielen Jahren immer noch nicht leicht, jemanden so ein zu sperren. Grade jetzt in der Zeit, wo jeder seine Türen öffnet.

Aber leider ist es auch für die Betroffenen meist das geringere Übel …

… wünsche und hoffe ich zumindest jedes Mal.

____

Ähnliche Artikel:
Adventskalender: das erste Türchen

Adventskalender: das zweite Türchen

Adventskalender: das dritte Türchen - sperrangelweit offen

Adventsgedicht

 

Adventskalender: das dritte Türchen – sperrangelweit offen

Advent“ beim Arzt
Advent heisst auch „Ankommen“. Ankommen, das kann man auch beim Arzt. Gerade in Deutschland ist das nicht nur im Advent weit verbreitet.

18 Mal geht der Deutsche im Durchschnitt pro Jahr zum Arzt. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich an der Weltspitze.

Woran liegt das?
Das ist sicher nicht ganz banal zu beantworten. Ein Grund ist aber sicherlich der, dass Ärzte sich immer weniger Zeit nehmen, da sie pro Patient in den letzten Jahren auch immer weniger Honorar bekommen. Das führt dann wieder oft dazu, dass viele Patienten sich nicht gut untersucht oder behandelt fühlen und deshalb wieder oder zu einem anderen Arzt gehen. Das führt zum weiteren Honorarverfall und zu noch weniger Zeit pro Patient, die „Hamsterrad“-Spirale dreht sich weiter.

Das Tor ist zu weit offen
Ein weiterer Grund ist aber auch der ungebremste Zugang zum Arzt in unserem System. Der Pat. kann gemäß einer Vollkasko-Mentalität beliebig oft den Arzt aufsuchen, ohne dass ihm daraus ein finanzieller Schaden entstünde. Er kann nicht einmal einsehen, wie viel Geld er gerade seiner Versicherung und damit letztlich der Allgemeinheit gekostet hat. Wenn man allein die aktuelle Statistik beim Kinderdoc einsieht, die zeigt das bei ihm in den letzten beiden Monaten ca. 1000 Patienten wegen Erkältungssymptomen waren, dann wundert einen nichts mehr.
Andere Länder, mit einer geringen Selbstbeteiligung pro Arztbesuch, haben erheblich weniger Arztkontakte pro Jahr.

Gerade in der Schweiz haben Ärzte pro Tag deutlich weniger Patienten, als hier in Deutschland, bei deutlich besserer Bezahlung pro Patient. Die Patienten fühlen sich insgesamt wesentlich besser behandelt, suchen den Arzt auch seltener auf (sicher auch wegen einer gewissen Eigenbeteiligung) und das Arbeiten als Arzt scheint dort wesentlich befriedigender zu sein.

Mein Vorschlag deshalb:
1)  gewisser Eigenanteil pro Arztbesuch (mit Höchstgrenze für chronisch Kranke und Sonderregeln für Einkommensschwache selbstverständlich)

2) Wieder bessere Honorierung der einzelnen ärztlichen Leistungen, damit der Hamsterrad-Effekt nicht mehr nötig ist. Die Patienten sollten auch direkt eine Rechnung einsehen können. Hierdurch wird dem Einzelnen besser bewußt, was er an Kosten verursacht, gleichzeitig besteht eine gewisse Kontrolle gegen Abrechnung nicht erbrachter Leistungen.

3) Zur Verhinderung, dass Ärzte weierhin Massenabfertigung betreiben, um ihre Einnahmen massiv zu steigern: Zeitlimitierung der Leistungen einführen. Damit ein Arzt halt nich 30 Ultraschalluntersuchungen pro Tag abrechnen kann, die eigentlich zeitlich gar nicht sinnvoll zu schaffen sind.

 Zusammenfassend könnte mit diesem System mehr Transparenz, Zufriedenheit und Qualität erreicht werden. Auch die Kosten würden sicher nicht explodieren. Aber manche wollen ja gar keine Transparenz, da sonst aufkommen würde, wo das Geld der Versicherten überall versickert.

Adventskalender: das zweite Türchen

Heute mein Fundstück vom Salzburger Weihnachtsmarkt

 

Schweineseife gegen Schweinegrippe !!!

Mal sehen, wen ich damit beglücke.

 

Ähnliche Artikel:

Adventskalender: das erste Türchen

Endlich: neuer Impfstoff in Aussicht

„Schweinegrippe“-Impfung – ein Gebet

Adventskalender: Das erste Türchen

Ein flüchtiger Türblick – zum Innehalten
Mein Tag beginnt sehr früh und führt mich oft noch in ein nahe gelegenes Krankenhaus, das ich als Neurologe konsiliarisch versorge. Heute frühmorgens ging ich mal wieder in der onkologischen Ambulanz vorbei. Da stand im Infusionsraum die Tür offen. Obwohl ich flott vorbeiging, erfasste ich den Raum. Auf eigentlich bequemen Liegesitzen saßen da zwei Patienten und warteten auf „ihre“ Chemotherapie-Infusion. Zwei Schicksale von vielen. Die beiden werden ganz andere Wünsche für Weihnachten haben, als Gameboy, neues Handy oder tollen Plasma-TV. Sie wären wahrscheinlich schon glücklich, wenn sich bei den nächsten Untersuchungen eine deutlich Besserung oder ein Stillstand der Tumorerkrankung zeigen würde.

Ankunft anders
Ich dachte auch daran, wann ich wohl so da sitzen würde oder was mich so eines Tages ereilt. Gott sei Dank wissen wir es nicht, aber jeder von uns wird eines Tages dort ankommen, am Ende seines Lebens, mehr oder weniger nah dran sind wir alle.
Auch an dieses Ankommen erinnert uns der Advent.

Den beiden von heute Morgen wünsche ich alles Gute und noch a bisserl Zeit.

Ähnliche Artikel:
Adventsgedicht ODER „Sonntag – bitte nicht stören“

Aktion Fight the Christmas-Speck

Endlich: Neuer Impfstoff in Aussicht !!!

Für alle, …

… denen mein Posting zum 1. Advent zu zahm war …

… und …

…die schon jetzt, in den ersten Tagen des Advents, …

…von Weihnachten genervt sind:

demnächst soll ein neuer Krippe-Impfstoff zugelassen werden

 Bethlemix !!!

P.S.: passend zum morgigen Welt-AIDS-Tag ist mein Krippen-Bär mit AIDS-Schleife geschmückt

Adventsgedicht ODER „Sonntag – bitte nicht stören“

Dr. Geldgier mal anders
Heute, am 01.12.09  1. Advent nix Medizinisches, nix Zynisches und kein Ärztegejammer. Ich möchte Euch schlicht einen guten Start in den Advent wünschen. Nutzt den herrlichen Spätherbsttag für einen schönen Spaziergang oder legt Euch mit einer Decke bewaffnet in die Mittagssonne.

Lasst den Advent bei Euch ankommen
Lasst Euch nicht von der Weihnachtshektik erfassen, sondern nehmt Euch die Zeit, Leben mal wieder bewußter zu erleben, den Advent wirklich wieder zu einer stillen Zeit zu machen. Dann kann es wunderschön werden, egal wie gläubig oder nicht.

Auch wenn sich der Schnee noch etwas ziert, so finde ich dieses Gedicht dennoch passend:

Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke, 1875 – 1926

Ich werde es die nächsten Wochen auch hier im Blog ruhiger angehen lassen.

Magie des Wortes ODER Radiologen bitte Klappe halten

Krankmachende Worte
Ich bin ja nicht so begeistert, wenn man über Kollegen herzieht, was ja leider üblich ist (Krankenhausärzte über Hausärzte, Hausärzte über Fachärzte, Urologen über Psychiater, …), aber ich hasse es geradezu, wenn man meine Patienten völlig unnötig in Panik versetzt und mir so völlig unnötige „Notfälle“ verschafft.

So wie gerade wieder gestern in der Praxis:

21-jähriger Knabe mit Taubheitsgefühl im Bereich der Zehen. Kommt mit Panik im Gesicht an die Anmeldung, nachdem er gerade in der Kernspintomographie war. „Der Doktor (gemeint ist der Radiologe) hat gesagt, es sei ein „beginnender Bandscheibenvorfall“. Ich muss dringend Dr. Geldgier sprechen“.

Natürlich hab ich noch keinen Befund von der beginnenden Großkatastrophe. Schau mir also – wie eigentlich immer – das MRT der Lendenwirbelsäule an. Und was sieht man? Beginnende Alterungszeichen der Bandscheiben (tja, das Alter beginnt dort mit 20!) und eine leichte Vorwölbung einer Bandscheibe, wie sie etwa jeder dritte völlig Gesunde in diesem Alter hat. Sonst nix. Insbesondere keine Nerven- oder Rückenmarkseingengung, keinen Tumor,….

Ich musste den Patienten also erst einmal sorgfältig und einfühlsam beruhigen (Ein „Das is nix“ wäre genauso falsch wie die Panikmache des Fotografen), der ja ohnehin schon sehr beunruhigt war wegen seiner Zehen (sonst hätt ich das Foto gar nicht schießen lassen).

Kollegenfrust
Leider ist das kein Einzelfall. Ich kann verstehen, dass Radiologen auch gerne was zu sagen hätten. Nur schießen sie, in Unkenntnis des tatsächlichen klinischen Lebens ausserhalb der Dunkelkammer, dabei leider allzuoft übers Ziel hinaus. Sie unterschätzen fatalerweise die oft verheerende Wirkung ihrer unbedacht dahingesagten Kommentare.

Der Rollstuhl-Hammer
 Einer der Klassiker: „Wenn die Bandscheibe weiter rutscht sitzen sie im Rollstuhl“ und dergleichen mehr. Der psychosomatische Schaden, der hierdurch gerade bei Rückenschmerz-Patienten – die ohnehin ein großes Chronifizierungspotential haben – angerichtet wird, ist immens.

Schweigen ist Gold
Da ist mir das andere Extrem eines Radiologen der Region fast noch lieber: den bekommen die Patienten gar nicht mehr zu Gesicht und die netten Damen am Empfang verweisen auf die Befundbesprechung durch den Neurologen.

So, jetzt wieder Schluss mit Kollegengemeckere.

Aktion Fight the Christmas-Speck

Das grosse Fressen steht bevor
Der 1. Advent steht vor der Tür.  Der Adventskalender steht bereit, der wird aber in der Familie redlich geteilt.

Die Kalorienbomben fliegen wieder ins Haus
Schlimmer ist es in der Praxis: Vorgestern bekamen wir schon den ersten Christstollen!!! Auf der Verpackung steht geschrieben: „Dieser hochwertige Stollen wurde nach Fertigung zwei mal in zerlassener Butter geschwenkt“.  Kalorienangaben vorsichtshalber keine. Allein beim Lesen spüre ich schon die Spannung am Gürtel, die in den nächsten Wochen wieder zunehmen wird.
Dann Elisenlebkuchen: 1 Stück 125 kcal !!! (Bei mir waren es gestern mal eben 2 Stück).

Ich werde versuchen mein Personal zu mästen, damit ich an Heiligabend nicht dicker als der Baum bin.

Welche Tricks habt ihr gegen Weihnachtsspeck?