Unser krankes Gesundheitssystem – Teil 1


Den Ärzten geht es nur ums Geld!

Das Totschlag Argument von Politik und Kassen.

In entsprechenden Filmreportagen werden dann noch schnell kurze Filmchen eingespielt mit aus dem Porsche steigenden Ärzten, die zur Protestveranstaltung gehen, von Existenzbedrohung reden und nebenbei noch erzählen, dass sie gerade aus dem Brasilienurlaub kommen.

Für alle ist klar: Dr. Geldgier jammert auf hohem Niveau! Und das in Zeiten der Krise – wie geschmacklos!

Dabei geht es in erster Linien nicht um den schnöden Mammon, sondern um die von der Politik der Bundesregierung gezielt angestrebte Vernichtung der frei niedergelassenen Fachärzte ausserhalb von Krankenhäusern.

Sie sind der Ministerin Schmidt schon lange ein Dorn im Auge, weshalb sie bereits 2003 ankündigte der Freiberuflichkeit von Ärzten ein Ende setzen zu wollen.
Mit dem Argument, dass ja auch die Fachärzte im Krankenhaus die ambulante Versorgung übernehmen könnten, soll die „Doppelte Facharztschiene“ (sollte eigentlich Unwort des Jahres werden) abgeschafft werden. An großen Krankenhäusern sollen große Ambulatorien (wie zu DDR-Zeiten) entstehen, an denen dann angestellte Fachärzte, möglichst billige Versorgung durchführen. Die großen Klinikkonzerne, wie beispielsweise der Rhön-Kliniken-Konzern, aber auch die Krankenkassen sind bereits munter dabei solche medizin. Versorgungszentren (MVZs) zu gründen.

Warum ist das problematisch ?

1) MVZs „lohnen“ sich nur in größeren Städten
Der Weg zum Facharzt wird weit und für manche – gerade Ältere und chronisch Kranke – wird der Facharzt unerreichbar werden

2) Die Medizin wird unpersönlicher und schlechter
Aufgrund der Größe solcher Versorgungszentren, wird es fast jedes Mal ein anderer Arzt sein, der den Patienten untersucht, was bei chronisch Kranken (z.B. Pat. mit Epilepsie oder MS) ein Desaster ist

3) Die Ärzte in den Krankenhäusern sind jetzt schon Mangelware
Der Stellenanzeigenteil des Deutschen Ärzteblattes ist mittlerweile mehr als 100 Seiten stark. Selbst Uni-Kliniken haben mittlerweile Schwierigkeiten Weiterbildungsassistenten geschweige denn Fachärzte zu finden. Diese wandern oft schon nach dem Studium ins Ausland oder in die Industrie ab (warum nur?)

Folge dieser Entwicklung wird also eine zwar scheinbar billigere, aber denkbar schlechtere Versorgung der Patienten sein.

Billiger wird die Versorgung auch nicht werden, denn die Aufsichtsräte, Manager, Controller etc…. der großen MVZs und Klinikkonzerne verdienen richtig gut Geld.

Es geht also der Politik nicht darum Geld zu sparen und die Patientenversorgung zu verbessern.

Das Geld sollen einfach andere verdienen und zwar reichlich: Krankenkassenchefs, MVZ-Manager, Aufsichtsräte von Klinikkonzernen, …

Die Versorgung kann dabei ruhig schlechter werden. Denn ein „sozialverträgliches frühes Ableben“ scheint durchaus nicht unerwünscht.

Und damit die aktuell aufmüpfigen Fachärzte genötigt sind, ihre Praxen zu schließen oder zu verkaufen, werden sie mit einem unüberschaubaren Reformchaos (mit dem schönen Namen „Gesundheitsfonds“) überschüttet.

P.S.: Dies erklärt auch, warum die Rhön-Kliniken, einer der größten Klinik-Konzerne Deutschlands den Gesundheitsexperten der Bundesregierung Prof. Dr. K. Lauterbach (SPD!) zu einem ihrer Aufsichtsräte ernannt haben. Der hat im November 08 schon erklärt, dass die hochverschuldeten Fachärzte an Klinik-Konzerne verkaufen werden und so der „Markt“ neu verteilt werde.

Ein Politiker der Arbeiterpartei als Lobbyist des Großkapitals.

Wer Ohren hat, der höre!

 

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