Vorsicht vor den braunhaarigen Bart-Brillenträgern!!!


Deutschland im September 2009 – in der 3000-Seelengemeinde Schlichthausen (Name von der Redaktion geändert) wurde die örtliche Filiale einer Bank ausgeraubt. Die Täter erbeuteten 5000 €.

Den Aufnahmen der Überwachungskamera ist (übereinstimmend mit Zeugenaussagen) zu entnehmen, dass beide (!) Täter einen Oberlippenbart, dunkelbraunes Haar und eine Brille trugen. Polizei und Geheimdienst leiteten umgehend eine Großfahndung ein. Aufgrund der nationalen Bedeutung der Angelegenheit berichten sämtliche Medien, Zeitungen, Funk und Fernsehen von der Gefährdung durch braunhaarige Bart-Brillenträger. Der (noch) regierende Innenminister verlangt öffentlich endlich eine Kontrolle für sämtliche braunhaarige Bartträger mit Brille einzuführen. Die Banken fordern prophylaktisch sämtliche braunhaarigen Bart-Brillenträger durch die elektronische Fußfessel überwachen zu lassen, denn es sei ganz klar, dass braunhaarige Bart-Brillenträger grundsätzlich potentielle Bankräuber seien. Wie aus dem Bundesgesundheitsministerium zu erfahren war, handelt es sich bei dem aktuellen Fall sicher nur um die Spitze des Eisbergs denn logischerweise seien eigentlich alle braunhaarigen Bart-Brillenträger verkappte Bankräuber.

Die große deutsche Boulevard-Zeitung „BLÖD“ zitiert einen bekennenden braunhaarigen Brillen-Bart-Bankräuber, der sich vermummt dem Interview stellt: „Wir sind alle so! Am schlimmsten sind die mit Nickelbrille!“ Die Überschrift auf Seite 1: „Die braune Gefahr“.

Gleichzeitig sinken die Umfragewerte für die „Haut-die-große-Koalition-wech“-Partei auf unterirdische Werte. Deren Spitzenkandidat Norbert Nörgel (Name von der Redaktion geändert) ist ein smarter Mitt-Vierziger mit schütterem braunen Haar und einer Nickelbrille. Und sicherlich Bankräuber – logisch oder? Er hatte zuvor dank seines soliden Parteiprogrammes Umfragewerte von bis zu 18% erreicht und wird nun wohl bei den Wahlen Ende September chancenlos sein.

Zutiefst frustriert von dieser Hetzkampagne gegen ihn – er hat in seinem Leben noch nicht mal einen Cent gestohlen – denkt Norbert N. sogar daran sich das Leben zu nehmen.

Er sucht Hilfe bei seinem Hausarzt. Dieser rät ihm dringend dazu, sich in einer Fachklinik psychiatrisch behandeln zu lassen. Da Norbert N. jedoch aus den Medien weiß, dass alle Ärzte nur in Kliniken einweisen, um selbst fette Prämien zu kassieren, lehnt er dies ab.

An einem sonnigen Spätsommertag stürzt sich Norbert N. zusammen mit drei braunhaarigen-Bart-Brille-Bankräubern und zwei Hausärzten von der nahe Schlichthausen gelegenen Eisenbahnbrücke.

Die Beerdigung von Norbert N. und der freien Berichterstattung in deutschen Medien findet am 27.09. statt.

Advertisements

2 responses to this post.

  1. Posted by vokalanaesthesie on 5. September 2009 at 11:11 am

    Mein Beileid. In tiefer Trauer – eine Kontaktlinsenträgerin.

    P.S.

    Großartige Satire & großartig geschrieben. Wie ich sehe, bekommt dir der Urlaub wohl 😉

    Antwort

  2. Posted by gesundheitsexpertin on 5. September 2009 at 11:19 am

    SEHR gut geschrieben!!!!

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: