So sieht es aus im kranken Deutschland – IHR habt die Wahl!


Nachdem ich mich immer noch faul im Urlaub ausruhe, erlaube ich mir hier einen Kommentar eines Kollegen als neuen Artikel einzustellen. Er hat es nicht verdient in den Kommentaren unter zu gehen. Auch wenn der Artikel etwas lang ist, empfehle ich ihn unbedingt zu lesen:

Aktuelle Probleme der Gesundheitspolitik 
(Dr. Rottach, Kaufbeuren)
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Von Ulla Schmidt und ihrem Bundesgesundheitsministerium ist erklärtermaßen die Zerstörung der ambulanten Facharztversorgung geplant. Dabei scheinen v.a. ideologische Gründe eine Rolle zu spielen.

Folgen für die Bürger:
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Massive Verschlechterung der Versorgung. Zahlreiche Erkrankungen können von den Hausärzten (sogar im Falle guter Kompetenz) nicht behandelt werden. Beispiele: Sehstörungen, Epilepsie, Schizophrenie, Harnverhalt, chirurgische Aufgaben, kritische Infektionen, Krebsleiden, Hörverlust..
Die Verlagerung der Facharztversorgung an die Kliniken und deren Privatisierung führt dazu, dass
ein erheblicher Teil der Versicherungsbeiträge für privatwirtschaftliche Gewinne abfließt
die Effektivität gegenüber der Versorgung durch freie Ärzte drastisch sinkt, Wartelisten entstehen u. die Versorgung deutlich schlechter, aber keineswegs preiswerter wird.

Folgen für den Arbeitsmarkt
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Allein in Bayern gibt es 40.000 Arzthelferinnen in Fachartzpraxen. Diese würden bei der Vernichtung der Facharztpraxen größtenteils ohne weitere Perspektive arbeitslos. Zum Vergleich: Opel hat deutschlandweit 25.000 Beschäftigte.

Folgen für den Staat:
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Freiberufliche Fachärzte zahlen > 30 % ihres Praxisgewinns an Steuern. Dies ist erhebliche Summe. Im Gegensatz dazu werden Gesundheitskonzerne stets nur marginale zu versteuernde Gewinne aufweisen. Es kommt zu massiven Steuerausfällen. Zunahme der Arbeitslosigkeit.

Hintergründe:
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Seit 8 Jahren uneingeschränkte Dominanz von Ulla Schmidt & SPD in der Gesundheitspolitik.
Explosionsartige Zunahme von Regelungsdichte und bürokratischem Ballast.
Verdeckte Rationierung: Medikamentenbudgets, Heilmittelbudgets, Fallzahlbudgets, Leistungsbudgets, Zeitbudgets! Arzt wird via Regress-Risiko als Rationierer instrumentalisiert.    Strategie zum Überleben seit der letzten Honorarreform 1/09: Sehen Sie möglichst viele Patienten, aber möglichst selten und machen Sie dann nichts mit ihnen…
Massive und chaotische Umverteilungsorgien: Süd nach Nord, West nach Ost, Facharzt zu Hausarzt.
Erklärtes Ziel, die freiberuflichen Fachärzte zu „zerschlagen“.

Bei der letzten Gesundheitsreform wurde das Parlament von Ulla Schmidt ausgetrickst. Ein höchst kompliziertes und intransparentes Gesetz (> 500 Seiten) wurde den Paralamentariern am Vorabend der Abstimmung zugefaxt. Die Abgeordneten haben das Gesetz durchgewunken, ohne es zu kennen.

Zur Position der CSU:
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Seit Hr. Söder Gesundheitsminister ist, kann man ein ernsthaftes Interesse der CSU an der Gesundheitsproblematik erkennen. Hr. Söder hat sich in kurzer Zeit einen achtbaren Respekt erarbeitet. Problem: er erscheint in seinen Positionen nicht klar gefestigt und hat schon einige Standpunkte nach kurzer Zeit revidiert. Es sieht so aus, als ob er gelegentlich von Hr. Seehofer „zurückgepfiffen“ wird. Herr Seehofer wird von der Ärzteschaft nicht geschätzt. Unter seiner Ära als Gesundheitsminister begann der Niedergang der Ärzteschaft. Seine Beleidigung unseres Berufsstandes – „Ärztepack“ – ist legendär.

Zur Position der CDU:
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Diese ist höchst problematisch, da von der SPD-Position praktisch nicht zu unterscheiden. Folgende Zitate sind in aller Munde (wenn auch nicht beweisbar):
Hr. Laumann:  „in 5 Jahren sind die niedergelassenen Fachärzte Geschichte“.
Fr. Müller:  „wir werden die Teiche austrocknen und die Frösche nicht nach ihrer Meinung fragen“.
Kanzlerin Merkel interessiert sich eindeutig nicht für Gesundheitspolitik und hat erst kürzlich wieder erklärt, dass mit dem Gesundheitsfonds alles bestens sein. Sie ist inzwischen bei den Ärzten fast so unbeliebt wie Ulla Schmidt.

Lösungsansatz:
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Die Ärzte in freiberuflicher Praxis behandeln 90 % der ‚Fälle‘ für 15 % der Gesamtausgaben der Krankenkassen. Diesen Sektor zu zerstören, bringt sicher keine Lösung der Probleme !

Der einzig sinnvolle Ansatz ist die sog. Direktabrechnung zwischen Arzt und Patient – wie schon immer beim Privatpatienten. Der Patient erhält für die Leistungen eine Rechnung, die er dann naturgemäß auch auf Richtigkeit überprüft. Die ganzen Betrugsvorwürfe gegen die Ärzteschaft wären hinfällig. Der Pat. ist bei einer Krankenkasse seiner Wahl versichert und reicht die Rechnung dort zur Erstattung ein (Zum Problem des Versickerns von Geld in der GKV siehe Anlage).
Erforderlich wäre dafür die Erstellung einer entsprechenden Gebührenordnung, wobei man hierfür ohne Probleme die eigentlich geltende EBM-Gebührenordnung für Kassenpatienten hernehmen könnte. Dabei könnte man dann sogar noch die sog. Chroniker-Ziffern eliminieren, denen keine Leistung, sondern nur das geschickte Verschlüsseln von Diagnosen zugrunde liegt.

Vorteile:
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* die tatsächliche Leistung wird bezahlt
* effiziente Kontrolle durch den Patienten
* echter Wettbewerb zwischen den Kassen (z.B. Tarife mit Selbstbehalt, Tarife mit verpflichtender Erstkonsultation beim Hausarzt, günstige Tarife mit Minimalversorgung, teure Tarife mit Rundum-Sorglos-Paket usw.)
* wenn eine Kasse zahlungsunwillig ist, muss sie dies mit ihrem Kunden klären und kann nicht pauschal die Ärzteschaft betrügen
* durch Wegfall von Kassenärztlicher Vereinigung und Gesundheitsfonds fallen zwei büro­kratische Wasserköpfe weg, in denen Unsummen auf intransparente Weise verschwinden.
* bei den Patienten wächst das Kostenbewusstsein, da sie endlich die tatsächlichen Kosten sehen können.

angebliche Nachteile:
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* die Ärzte tragen das Risiko der durch Pat. nicht bezahlten Rechnungen. Das ist in Ordnung. Die Zahlungsmoral der Patienten kann gar nicht so schlecht sein wie die der Kassen !
* die Patienten kommen damit nicht zurecht. Unsinn: jeder Mensch, der eine KFZ-Haftpflicht od. eine Rechtsschutzversicherung handhaben kann, wird auch damit zurecht kommen.

echte Nachteile:
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die Versicherten erkennen, dass ihre Beiträge zu einem erheblichen Teil nicht ihnen selbst zugute kommen (Problem der sog. versicherungsfremden Leistungen)
Es werden Beschäftigte im Verwaltungsbereich abgebaut (80.000 Krankenkassen-Beschäftigte in Frankreich, 160.000 in Deutschland).

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2 responses to this post.

  1. Posted by gr3if on 10. September 2009 at 11:55 am

    und wann schicken alle ärzte mal einen Abgesandten ins Parlament um sie zu vertreten?

    dazu ein 5 Tage Generalstreik bei dem dann Menschen sterben aber anders ist dem ganzen imho nicht beizukommen oder hat da wer einen Ansatz?

    Antwort

  2. Posted by Benedicta on 10. September 2009 at 8:42 pm

    Tja. Nachdem ich am 27.9. außerhalb meines Wahlbezirks sein werde, hab ich das Wählen heute schon erledigt.
    Dem freundlichen Vorschlag des Wahl-o-mat, die DKP zu wählen, konnte ich allerdings nicht Folge leisten – die stehen bei uns nicht zur Auswahl 😉

    Go, go, go – geht hin! Jede Stimme zählt.

    Antwort

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