Zweiklassenmedizin Teil 5 -„Schweinegrippen“-Impfung: Extrawurst für Angie&Co.


Ich weiß, die Meldung ist nicht mehr neu, aber sie gehört hierher:

Am 26.10. ist für die Firmal GlaxoSmithKline (GSK) „Feiertag“. An diesem Tag werden die ersten deutschen Normalbürger mit dem „Schweingrippen“-Impfstoff dieser Firma geimpft werden. 50 Millionen Impfdosen haben die Bundesländer geordert. Ob sich so mancher vorher GSK-Aktien gesichert hat?
Vor wenigen Monaten war die Noch-Gesundheitsministerin Schmidt ganz stolz auf dieses Projekt zur Massenimpfung für die man vorher noch gezielt eine Massenhysterie geschürt hatte.
Kritiker, darunter massenweise Ärzte, lehnen die Impfung aktuell ab, da der Impfstoff und insbesondere seine Zusatzstoffe (vor allem die sogenannten „Verstärkerstoffe“) zu wenig auf ihre Verträglichkeit  hin untersucht worden seien.

Nun wurde ein interessantes Detail bekannt:
Die Bundeswehr orderte für ihre Soldaten (die sich alle impfen lassen müssen) einen völlig andersartigen Impfstoff aus den USA, der nasal (über die Nase) verabreicht wird. Das Präprat der Firma Baxter kommt ohne Verstärkerstoffe aus, weshalb ihm auch eine bessere Verträglichkeit zugeschrieben wird.

Nun könnte man noch verstehen, dass man den Soldaten Besseres gönnt, damit sie fit und gesund unser Land am Hindukusch verteidigen können. Das Brisante an der Sache ist jedoch, dass auch die Bundesregierung für sich, Beamte der Ministerien und nachgeordneter Behörden 200 000 Impfdosen dieses Impfstoffes bestellt hat.

Das erinntert an schlimmste Zeiten des Sozialismus im Osten, als Einheit und Gleichheit für alle gepredigt wurde und  die Staatsoberen sich gleichzeitig auf ihren luxuriösen Datschen austobten.

Verständnis habe ich dafür, dass Ulla Schmidt wohl lieber ihre Impfung „schnupfen“ würde, als sich pieksen zu lassen. Der Kollege würde wahrscheinlich seine dickste Kanüle aus dem Keller holen und diese vorher noch stumpf schleifen 😉 – sorry, das war jetzt niveaulos – so gesehen aber auch wieder passend zu dieser Person.

P.S.(aufgrund der Nachfrage (s.u.)): der „Normalo-Impfstoff“ enthält gespaltene Viren, also Virusteilchen, und hat zur Wirkungsverstärkung deshalb Zusatzstoffe. Der amerikan. „Nasen-Promi-Impfstoff“ ist ein Ganzvirusstoff. Bezüglich der Verträglichkeit gibt es für beide Impfstoffe leider noch keine verlässlichen Daten, aber zumindest können bei letzterem Impfstoff keine Impfreaktionen auf Zusatzstoffe auftreten, die nicht drin sind (s. a. Focus-online-Artikel).

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10 responses to this post.

  1. Posted by Benedicta on 18. Oktober 2009 at 3:37 pm

    Moment mal – jetzt bin ich verwirrt. Der Kinderdoc hat doch geschrieben, dass der nasale Impfstoff aus USA mehr Nebenwirkungen hat und daher bei uns nicht zugelassen ist? Oder ist das jetzt noch ein anderer?

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 18. Oktober 2009 at 4:09 pm

      Das ist so nicht richtig – ich habe auf Deinen Kommentar hin an den Artikel noch ein P.S. angehängt und auch links eingefügt.
      Klar ist: nix ist klar – aber der Vorgang an sich – fürs Volk Impfstoff A, fürs Militär und sich selbst Impfstoff B zu bestellen – ist zumindest kommunikationstechnisch eine Katastrophe.
      s.a.: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/schweinegrippe/article/571387/schweinegrippe-impfung-schon-start.html

      Fast schon belustigend ist es, dass der gerade noch einmal in den Bundestag gekommene SPD-Gesundheitsexperte und Rhön-Lobbyist Prof. Lauterbach nun, fast eine Woche nachdem die Sache bekannt wurde, mit erhobenem Zeigefinger ganz erbost eine Zweiklassenmedizin kritisiert. Dieser Pharisäer !!!

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      • Posted by Benedicta on 18. Oktober 2009 at 6:11 pm

        Danke, das entwirrt mich ein bisschen 🙂

        Kommunikations-Desaster – da hast du wohl Recht. Allerdings: ist doch normal – GUTE Kommunikation findet in Politik und Medizin (und auch sonst) nur seltenst statt. Neu ist nur, dass es derzeit so drastisch daneben geht, dass es auch der Normalbürger merkt (und nicht nur jemand wie ich, der für kommunikative Probleme sensibilisiert ist). Andererseits ist es immer noch nicht schlimm genug, dass die eigentlich grundlegende Doktrin der Verständigung im Volk ankäme: NACHFRAGEN! Nie irgendwas für gegeben hinnehmen – im Zweifelsfall hat man den eigenen Hintergrund reingemengt und was ganz anderes verstanden, als impliziert war.
        (Nach wie vor ist Nachfragen verpönt. Niemand fragt nach, ob er recht verstanden hat – im Zweifelsfall ist man prophylaktisch beleidigt. Und genauso beleidigt sind Menschen, wenn ich nachfrage – als würde das suggerieren, sie hätten sich nicht klar ausgedrückt. Und ich bleibe mit dem seltsamen Gefühl zurück, chinesisch zu reden – ein möglicherweise wichtiges Stückchen Wissen zu besitzen, eine Blickwinkeländerung um ein halbes Grad, das ich nicht kommunizieren kann, egal wie ich mich anstrenge. Noch frustrierender: Kommunikationsprobleme treten auch mit Leuten auf, die das beruflich sogar sehr gut können – nur im „normalen Leben“ nicht anwenden…)

        Antwort

  2. Posted by drgeldgier on 18. Oktober 2009 at 6:46 pm

    @benedicta: ich hoffe das ein oder andere Mal war ich beim Nachfragen beantworten nicht zu beleidigt 😉

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 18. Oktober 2009 at 6:52 pm

      Nachtrag:
      es gibt und gab auch gegen die saisonale Influenza nasale Impfstoffe. In der Schweiz wurde einer Anfang dieses Jahrzehnts relativ rasch wieder vom Markt genommen, da es gehäuft zu Gesichtslähmungen kam (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm2_35_2001)
      Ergo: nicht alles was sich harmloser applizieren läßt (Nasenspray statt Spritze) ist in den Nebenwirkungen harmoser.

      Antwort

    • Posted by Benedicta on 18. Oktober 2009 at 9:19 pm

      Ach, das „immer alles auf sich selbst beziehen“ hab ich doch glatt in meiner Auflistung von Kommunikationssünden vergessen 😉 (danke, dass du mich daran erinnerst – mit dem Punkt hab ich selbst Schwierigkeiten…)

      Nein, du bist nicht der (alleinige) Auslöser für meinen Kommunikationsfrust… ich hab ja auch noch nen Job, und nen Chef, von Studenten ganz zu schweigen…
      Und manchmal frage ich mich, obs nicht doch an mir liegt – so wie auch nur ein Absolut-Hörer unter verstimmten Musikinstrumenten leidet, während alle anderen gar nicht wissen (können) was das Problem ist.

      Antwort

  3. Posted by Special Agent Gibbs on 19. Oktober 2009 at 10:56 pm

    Einfache Lösung bei Unwissenheit und Angst vor Nebenwirkungen: Auf die Impfung verzichten!

    Antwort

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    Antwort

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  6. Also erst mal ein Hallo. Ich habe eine rein formale Bitte gerade bei Daten. Im Internet ist ein Datum in der Summe hilfreicher. Ich nehme es einmal an, dass es der 26.10.2009 war um den es hier geht.

    Des weiteren würde ich den Qualitätsunterschieden – Bundeswehrmedizin und Bügermedizin – keinen solche Bedeutung beimessen. Als ich bei der Bundeswehr war, hatte ich eher das Gefühl ein Mensch zweiter Klasse zu sein. Wir hatten in der Tat zum Frühstück Eier bekommen, die nach Fisch schmeckten. Sowas ist mir weder vorher noch nachher passiert. Selbst bei Karamelpudding habe ich Zubereitungs- und Geschmacksvariationen kennen gelernt, die schlicht und einfach einzigartig waren. Auch solchen Pudding habe ich danach nie wieder essen dürfen, können, müssen oder sollen.

    Ich würde das Ausweichen eher darauf zurückführen, dass die 50 Mio Dosen recht spät geordert waren und auch der Hersteller grundsätzlich am Kapazitätsanschlag arbeitete. Man ist dann eben auf ein anderes Produkt ausgewichen.

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