Sensation: Hausarzt selig gesprochen – Priestermangel beseitigt


Rom – München 20.10.2009

Zu einem Novum in der Geschichte der Seligsprechungsprozesse ist es überraschenderweise in Rom gekommen. Erstmals wurde eine noch lebende Person vom Papst im Eilverfahren selig gesprochen.

 Der Oberhausarzt aus Bayern Dr. W.Z.*, der es durch geschickte Verhandlungstaktik geschafft hat, dass eine der größten Krankenkassen Bayerns plötzlich fast das Doppelte an die Hausärzte pro Patient bezahlt (wir berichteten), wurde in Rom selig gesprochen.

In seiner Laudatio begründete der Oberhirte die Seligsprechung zum einen damit, dass dadurch endlich erkannt worden sei, wie wichtig es sei, auch bei Gesunden Patienten schwere Krankheiten zu verschlüsseln, damit die große Krankenkasse ganz viel Geld aus dem Gesundheitsfonds bekomme.


Schwerter zu Pflugscharen – Fachärzte lösen den Priestermangel

Viel wichtiger sei es jedoch, dass durch diesen Schritt erreicht werde, dass diese Kasse an Fachärzte zukünftig weniger als die Hälfte des Hausarztlohns auszahle. Dadurch komme es zu einem politisch gewollten und von der Kirche unterstützen Aushungern der Fachärzte. Diese könnten dann, da sie es nun ja gewohnt seien für Gottes Lohn zu arbeiten, als Spätberufene in die Kirche integriert werden und nach einem Schnellkurs die Priesterweihe empfangen.
Somit wäre nicht nur der horrende Überfluss an Ärzten in Deutschland beseitigt, sondern zugleich auch die Problematik des Priestermangels.

Seelenheil gerettet
Vor allem wäre aber das Seelenheil der Fachärzte, die ja vor allem durch Raffgier, Betrug, überflüssige Untersuchungen und Geldgeilheit bekannt geworden seien, gerettet und allein dafür hätte Dr. W.Z. die Würde der Seligsprechung verdient.

Das Verfahren der Heiligsprechung soll, wie aus Rom zu vernehmen war, auch beschleunigt auf den Weg gebracht werden.

_____________

*Name von der Redaktion geändert

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich, wie im gesamten Blog, selbstverständlich um, zum Zwecke der Satire, frei erfundende Ereignisse. Bitte also noch nicht den Flug nach Rom buchen.

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9 responses to this post.

  1. Posted by Benedicta on 20. Oktober 2009 at 2:26 pm

    Das ist ja mal komplett unter der Gürtellinie.

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 20. Oktober 2009 at 2:59 pm

      Das stimmt – dacht ich mir auch, als ich das hörte
      Aber Du hast schon Recht – auf der Suche nach Alternativen in meiner Situation ging meine Phantasie mit mir durch – sorry, wenn es Deine analytisch-nüchterne Seele zu sehr quält.

      Antwort

      • Posted by Benedicta on 20. Oktober 2009 at 6:31 pm

        Nee, in diesem Fall ist es meine katholische Seite, die jault… 😉

        Und im Moment hab ich einfach ne Überdosis Unsachlichkeit (dir ist vermutlich mein Grundkurs in Statistik beim Kinderdoc nicht entgangen) und reagiere langsam aber sicher hochallergisch.
        Bitteschön, wenn einem die Unsachlichkeit der anderen auf den Keks geht (gerade du prangerst das bei Politikern immer wieder – zu Recht! – an), WARUM begegnet man dem nicht, indem man selbst sachlich ist? Niemandem ist mit der Abwärts-Spirale schlechter Demagogie gedient! Ganz im Gegenteil – sachliche, fundierte und nachprüfbare Fakten sind wesentlich wirkungsvollere Argumente.

        Grmpf.

        Antwort

        • Posted by drgeldgier on 20. Oktober 2009 at 10:54 pm

          @benedicta: da muss ich jetzt ganz einfach mal sagen, dass Sachlichkeit eine gewisse Objektivität voraussetzt. Wenn man aber durch die aktuelle Situation subjektiv stark betroffen ist, dann leidet die Sachlichkeit darunter. So kommt es dann zu solchen zugegebenermaßen Zorn- und Frust-getriebenen – wahrscheinlich etwas verunglückten – Satirestücken wie oben.
          Ich werde das morgen in einem eigenen Beitrag versuchen sachlicher zu beleuchten, denn die Satire versteht wohl wirklich nur der Insider.
          Bezüglich katholisch und so: ich bin selbst sehr katholisch aufgewachsen und war lange mit Herz dabei. Seitdem ich aber als Geschiedener nur noch zum Kirchensteuerzahlen geduldet bin, von der Eucharistie aber bitte tunlichst fernbleiben soll, find ich den Verein nicht mehr ganz so doll. … vielleicht aber mal ein extra-Thema für nen Beitrag

        • Posted by Benedicta on 21. Oktober 2009 at 12:50 am

          Und was nutzt es dir, wenn du dich selbst durch Unsachlichkeit ins Unrecht setzt?
          Genau: NIX!

          Auf den Beitrag zum Thema Kirche freu ich mich… das ist nämlich auch so ne Baustelle, wo nur seltenst korrekte und sachliche Info zu haben ist. (Dein einer Satz enthält ja schon drei Denkfehler…)

        • Posted by drgeldgier on 21. Oktober 2009 at 7:39 am

          manchmal ist die Befriedigung eines primitiven Urtriebes, nämlich Dampf abzulassen nicht zu unterschätzen – „was bringt es mir“ sollte im Übrigen nie die Maxime sein, schon gleich gar nicht hier beim Bloggen, denn „Bringen“ tut das gar nix.

  2. Posted by Special Agent Gibbs on 20. Oktober 2009 at 11:47 pm

    Hmm, der Artikel hat zweierlei Gefühle bei mir ausgelöst:
    1. Klasse geschrieben, habe laut gelacht!
    2. Er ist schon ein bisschen unter der Gürtellinie. Aber mal ehrlich: Manche Karikaturen und Satiren in den Medien sind eindeutig schlimmer!

    Antwort

  3. Posted by Benedicta on 21. Oktober 2009 at 4:47 pm

    Da irrst du dich.
    internet – und damit alles was irgendwo online steht – hat einen erstaunlichen Impact.
    Durch deine Ausführungen hier kannst du Sympathien in der Bevölkerung gewinnen, aber auch genauso schnell verlieren – und wenn besagte Bevölkerung hier den Eindruck gewinnt „Ärzte jammern ja doch nur unsachlich vor sich hin“ wird sich das über kurz oder lang auf die öffentliche Unterstützung auswirken.

    Antwort

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