Nachtrag zum Notfall ODER Ich hab ja nur telefoniert


Kleiner Nachtrag zum „Notfall“ vom Freitag – ihr wisst schon der Sohn, dessen Vater gut 12 Stunden am Verbluten war nach einer Heparinspritze.

Der Sohn brachte doch tatsächlich anständigerweise die Versichertenkarte, wollte dann aber nicht die 10€-Notdienstgebühr bezahlen. „Ich hab doch bloß angerufen“, war sein Argument. Meine Assistentin war so verunsichert, dass sie nicht darauf bestand die 10€ einzufordern.

Zur Erklärung: Die 10€ bekomme nicht ich, sondern die werden von der KV einbehalten. Das bedeutet aber ohne diese 10€ habe ich bei dem Telefonat für den fachlichen Rat und  die Ruhestörung so gut wie nichts verdient.

Warum glauben immer alle, beim Arzt soll alles umsonst sein und wenn sie einen Anwalt anrufen oder ihr Auto zur Werkstatt bringen zahlen sie ohne mit der Wimper zu zucken hunderte von Euro? Für diese Praxisgebühr, die für uns nur einen riesen Verwaltungsaufwand bedeutet (jetzt dürfen wir wieder dem Sohn bzw. den 10€ hinterher laufen) können die Ärzte übrigens ebensowenig, wie die Patienten.  Sie soll jetzt in dieser Form abgeschafft werden. Es soll dann ein Zuzahlungsmodell pro Arztbesuch, aber angeblich ohne Bürokratie in der Praxis eingeführt werden.

s. auch hierzu meine aktuelle Umfrage

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5 responses to this post.

  1. Posted by Special Agent Gibbs on 27. Oktober 2009 at 12:16 am

    Selbst manche Telefonhotline kostet heutzutage mehr… Ich hoffe mal, dass der Verwaltungsaufwand bzw. das „Hinter-her-Rennen“ nicht zu aufwendig ausfällt.
    (Was macht eigentlich der Fuß?)

    Antwort

  2. Posted by BlaueLili on 4. November 2009 at 3:35 pm

    Warum glauben Ärzte eigentlich, dass Anwälte für ein Telefonate „hunderte von Euro“ verlangen können und auch tatsächlich bekommen ?

    Das ist Quatsch.

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 5. November 2009 at 7:52 pm

      @BlaueLili:
      Ich weiß nicht, ob Du einen Anwalt mal am Freitag-Abend gegen 22:30 zu einer Notfall-Beratung in Anspruch genommen hast.
      Ich hatte in diesem Jahr schon leider 2 Anwaltsrechnungen zu begleichen. Einmal war es für 3 Telefonate (tagsüber) 110€ und die „hunderte von Euro“ bezogen sich vor allem auf die Autowerkstätte. Die telefonische Beratung im Notdienst macht ca. 18 €. -10€, wenn der Patient die 10€ nicht selbst zahlt.

      Antwort

  3. Wenn mein Mann und ich damals, als wir unsere Werkstatt noch hatten, für jede telefonische Hilfestellung für Autobastler (vorzugsweise am Wochenende nach Geschäftsschluss) 10 Euro bekommen hätten, wäre der Laden eine Goldgrube gewesen. Ein einiges Mal hat jemand freiwillig 20 Euro überwiesen und sich für die freundliche Hilfe bedankt. Ein Kunde in 15 Jahren! Wir haben ernsthaft über eine kostenpflichtige Hotline nachgedacht, aber das schreckt leider auch die Leute ab, die dann eventuell ein Ersatzteil bestellen würden.

    Deshalb: ja, die Leute denken immer „Anrufen und Fragen kostet nix.“ !

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 17. November 2009 at 4:31 pm

      Danke für den Kommentar und meine volle Zustimmung. Im Tagesgeschäft telefoniere ich täglich mit x Patienten und Hausärzte für „nix“. Aber nachts und am Wochenende, manchmal auch 3 Uhr früh ist das schon ein kleiner Unterschied denke ich.

      Antwort

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