Mein Mauerfall am 09.11.1989 – bitte mitmachen!!!


Könnt Ihr Euch noch genau erinnern, was Ihr am 09.11.1989 gemacht habt, als die Meldung von der Öffnung der Mauer kam???

Wie so viele weiß auch ich noch ganz genau, was ich gemacht habe, als ich vom Mauerfall erfuhr:

ich, 22 Medizinstudent, lernte gerade Pathologie (Leberzirrhose) und hatte Schichtdienst als Sicherheitswachmann in einer Bank. Ja, auch so kann man lernend Geld verdienen. Es waren damals knapp 10 DM die Stunde, aber dafür konnte man nebenbei Lernen, Lesen und eben auch Radio hören.

Und da kam dann diese Meldung von der Öffnung der Mauer. Offen gesagt war mir damals die Bedeutung gar nicht bewußt und dennoch seh ich noch den Raum vor mir, in dem ich damals über dem Patho-Buch saß.

An eine echte Wiedervereinigung hatte doch damals eh niemand geglaubt. Deshalb hatte ich mich auch nicht sinnlos besoffen an diesem Abend – war ja eh im Dienst und bei all dem Wissen über die Leberzirrhose …

So, nun seid Ihr dran!!! Was habt Ihr gemacht am 09.11.0989, so es Euch damals schon gab?

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12 responses to this post.

  1. Es gab mich, aber ich war erst sieben. Soweit ich mich erinnere, habe ich mit meinen „Masters of the Universe“-Figuren gespielt, während die Erwachsenen sich Nachrichten ansahen und sich freuten, was ich gar nicht verstehen konnte, weil die Nachrichten doch immer so lang-wei-lig waren. Im Laufe des Tages wurde mir dann erklärt, dass es die DDR nicht mehr gab. Das verstand ich, weil wir da Verwandte hatten und ich manchmal mit dorthin fahren musste und es immer schrecklich fand.

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  2. (Äh… Ich bin jetzt aufgrund der letzten Frage einfach mal davon ausgegangen, dass nicht wirklich den 09. 11. 09 gemeint war. War das richtig?)

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  3. Keine Ahnung, aber ich glaube, ich hatte geschlafen. Kein Wunder, damals war ich 4…

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  4. Ich saß in meiner wenige Tage zuvor frisch eröffneten Praxis und wartete auf Patienten. Am Abend dann Fernsehen bis zum Abwinken mit offenem Mund und einem etwas flauen Gefühl im Bauch (Was wird da wohl noch alles nachkommen?)

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  5. Posted by Benedicta on 10. November 2009 at 8:18 pm

    Ich glaub, ich hab das verschlafen (ich war damals 9).
    „Mauerfall“ fand für mich persönlich schon zu Beginn des Schuljahrs statt, weil einer der ersten „Rübergemachten“ bei uns neu dazu kam. Zum tatsächlichen Mauerfall war das Thema dann schon ausgelutscht.

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  6. Ich weiß es nicht, ich war erst sechs und noch im Kindergarten.
    Aber ich weiß, dass ich es damals so halb-bewusst mitbekommen hab, und dass meine beste Grundschul-Freundin mit ihrer Familie in der Nacht in der die Mauer fiel im Pyjama mit ihrem Trabbi nach Westdeutschland übergesiedelt sind. : )

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  7. Wir sind damals in unser neu erbautes Haus gezogen und ich habe gerade meine Bücher in die Regale geräumt. Sie sind mir aus der Hand gefallen, ich habe mich in den neuen Schaukelstuhl gesetzt und hab mich bis tief in die Nacht durch die einzelnen Kanäle gezappt – heulend, vor Rührung übermannt oder ängstlich, ob das alles so glatt geht.

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  8. Ich war AIP in der Chirurgie und hatte meinen ersten Nachtdienst. Schabowski habe ich im Dienstzimmer mit den anderen Kollegen stammeln hören, dass die Ausreise „unverzüglich“ genehmigt wird. Am nächsten Tag kamen mir auf dem Weg nach Hause schon die ersten Trabbies auf der Straße entegegen

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  9. Ich war 32, war 2 Monate zuvor in Ungarn im Urlaub und habe liebe Freunde aus Chemnitz kennengelernt, die dann mit Sack und Pack und Bettzeug und 4-Jährigem Sohn geflüchtet sind. Sie hatten alles zurückgelassen für die Freiheit. Als die Nachricht im Fernseh kam, saß ich Rotz und Wasser heulend die ganze Nacht davor und konnte es nicht fassen, die unglaublichen Bilder aus Berlin sehe ich noch heute vor mir. Besagte Freunde, die zu diesem Zeitraum in den Räumen des THW untergebracht waren, kamen zu Besuch und wir feierten!

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  10. Posted by Vera on 15. November 2009 at 12:12 am

    Ich saß mit meinem 2 Monate alten Sohn im Arm vor dem Fernseher und dachte: hoffentlich fangen die Grenzer nicht doch noch an zu schießen!
    In der Oberstufe auf dem Gymnasium hatten wir einige Jahre zuvor noch so eine 5-tägige Berlin-Bildungsreise inklusive Grenzübertritt in den Osten, Zwangsumtausch und dem ganzen Käse gemacht, deshalb ging mir das alles sehr nahe. Es war mir klar: hier erlebst du etwas, das dein Kind irgendwann in der Schule im Geschichtsunterricht durchnehmen wird. Das war echt schräg!

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  11. Posted by drgeldgier on 16. November 2009 at 4:45 pm

    Ich danke allen für die Schilderung dieser sehr persönlichen Erinnerungen. Einerseits wurde mir klar, dass es wohl fast allen „meiner“ Generation so geht, dass man diesen Tag unschwer erinnert. Oft sogar noch äußerst lebendig erinnert, wie wenige Tage im Leben.
    Andererseits wird mir am Kommentar der jüngeren Blogger bewußt, wie lange das schon her ist und wie wichtig es auch ist, dass man mit seinen Kindern über diese Zeit spricht.

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