Post von der KV Bayern – es sieht schlecht aus


Wahlversprechen oder  was schert mich der Schnee von gestern?
Ganz abgelenkt von der Sau, die derzeit von allen durchs Dorf getrieben wird und ihre Viren verteilt, habe ich vergangene Woche lange übersehen, dass noch viel unangenehmere Post von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns die Stimmung verseuchte. Es werden in einer Woche gleich zwei Hiobsbotschaften verkündet:

1) Söders Wahlversprechen hielt nur 1 Quartal und nicht ein Jahr:
Die KVB kündigte an, dass die vom Bayerischen Gesundheitsminister Söder zugesagte „5%-Verlustregelung“ nur für das 1. Quartal 2009 eingehalten werden könne. Für die darauffolgenden Quartale (die Verlustbegrenzungsregelung war eigentlich für das ganze Jahr 2009 versprochen) habe mit den Kassen keine Einigung erreicht werden können. So bleibt es dabei, dass die Konvergenzregelung in 2009 in den Quartalen 2, 3 und 4 2009 jeweils den Verlust nur auf 15% (Umsatzminus!) begrenzt. was 2010 dann passiert steht in den Sternen.

2) Honorarbescheide erst fast 8 Monate nach Quartalsende und nicht wie früher nach 3 Monaten:
Gleichzeitig wurde angekündigt, dass das Honorar für die Monate April-Juni2009 endgültig erst im Februar 2010 (!) berechnet sei! (Vor Ullas letzter Chaosreform hatten wir wenigstens immer Ende September die Daten für das 2. Quartal und somit etwas Planungssicherheit).

3) Abstaffelungsregelung in „überversorgten“ Bereichen:
Die KV kündigte in einem Schreiben vom 11.11.09 die drohende Einführung von Vergütungsabschlägen bei „rechnerischer Überversorgung“ an. Dies kann dazu führen, dass Ärzte in vielen Regionen Bayerns einen weiteren Honorarabschlag von bis zu 18% hinnehmen müssen.

Im Klartext:
2008   100%
2009  – 15%  –> 95%
-2016: -18% –> 69,7%  (entspricht also einem Umsatzminus von 30%)

Bei einem Unkostenanteil von 50% entspricht ein Umsatzminus von 30% einen Gewinnrückgang von 60%. D.h. der Kassenarzt wird aus seiner Kassenarzttätigkeit nur noch 40% des Gewinns von 2008 haben.

Das würde ich mit meiner Einzelpraxis definitiv durch keine noch so radikale Umstrukturierungsmaßnahme überleben. Mein Gewinn vor Steuern läge dann weit unter dem Bruttoeinkommen eines Assistenzartes, was die Situation komplett ad absurdum führt.

Die neue Regierung und insbesondere die FDP muss schnell handeln, damit dieser Wahnsinn ein Ende hat.

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5 responses to this post.

  1. Posted by Benedicta on 16. November 2009 at 5:20 pm

    told you so…

    Antwort

  2. […] Ähnliche Artikel: Post von der KV Bayern – es sieht schlecht aus […]

    Antwort

  3. […] hat alles mit der KV Bayern, die mir Anfang des Jahres Umsatzrückgänge von bis zu 30% in Aussicht stellte. Dabei wollte ich […]

    Antwort

  4. […] (wir erinnern uns: Frau Schmidt sprach immer von 10% mehr für die Ärzte), pfeift er zurück. Die 5%-Regelung war schon nach einem Quartal […]

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