Rösler: Kontrollitis im System abbauen


In einem Interview mit der Hannoverschen „Neuen Presse“ (Montagsausgabe) soll unser neuer Bundesgesundheits-minister Folgendes gesprochen haben:

«Ich möchte, dass man gerade den Heilberufen mehr Vertrauen entgegenbringt. Die »Kontrollitis«im System muss verringert werden»

Ich hoffe, man kann ihn hier beim Wort nehmen. Nach all den Ärztehetzen der letzten Monaten – vor allem im Wahlkampf – tut das schon mal psychologisch gut.

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15 responses to this post.

  1. Wann und wie, das erzählt er dann später 😉

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    • Posted by drgeldgier on 11. Januar 2010 at 11:06 am

      Ja, das stimmt, allzu lange sollte er sich mit solchen Ankündigungen nicht aufhalten. Sie sollten möglichst rasch mit Taten untermauert werden. Aber Ulla Schmidt nahm sich ja damals kein Blatt vor den Mund bezüglich ihrer schlechten Meinung von Ärzten.

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  2. Schaun wir mal, ob sich wirklich was ändert….

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  3. Posted by Benedicta on 11. Januar 2010 at 12:44 pm

    KANN man Ärzten denn vertrauen?

    Ich bin da eher skeptisch… die Selbstbedienungsmentalität ist da doch zu weit verbreitet (Patienten mal nen Tag länger im Krankenhaus behalten (wie es vor der Fallpauschale üblich war), mal ne Geräteuntersuchung mehr (das Gerät muss ja finanziert werden), mal noch ne „Beratung“ mit hohem Schlüssel auf die Abrechnung schreiben, obwohl der Patient nur 5 Min in der Praxis war, hier ein IGEL, da ein bisschen Pharmasponsoring, etc. pp.).

    Ist ja nicht so, als hätt’s das alles nicht gegeben.

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    • Posted by drgeldgier on 11. Januar 2010 at 4:58 pm

      ähm – moment mal – im Moment mach ich etwa 25-30% meiner Untersuchungen kostenlos und behandle ca. 200 Patienten pro Quartal praktisch kostenlos. Ist das vereinbar mit Deiner Vorstellung vom geldgeilen Arzt, der alles nur tut, um sein Geld zu vermehren???

      übrigens, wenn Du so argumentierst – sprich mit einzelnen schwarzen Schafen – dann müßtest man sämtlichen Banken, Immobilienmaklern, Finanzberatern, Authändlern, … den Laden zusperren oder Video-überwachen lassen.

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      • Posted by Benedicta on 11. Januar 2010 at 11:58 pm

        Ich bin sehr dafür, Bankern etc. genauer auf die Finger zu schauen – nötig wärs.

        Mach dir mal folgendes klar: Diese schwarzen Schafe versauen nicht nur den Ruf der ganzen Innung (und damit auch deinen), sondern DIE sind letztlich dran schuld, dass du ein knappes Drittel deiner Untersuchungen umsonst machst – denn die ganzen Budgetierungen wurden (auch) eingeführt, um eben diesem Missbrauch Einhalt zu gebieten! (Dass das so nicht funktioniert – und letztlich die Patienten die Last tragen, statt der eigentlichen Übeltäter – steht auf einem anderen Blatt.)

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        • Posted by drgeldgier on 12. Januar 2010 at 8:32 am

          Leider muss ich Dir da Recht geben – allerdings gibt es in keinem anderen Bereich des Berufslebens einen Beruf, der mit „Muschelwährung“ bezahlt wird und derart kontrolliert und gegängelt wird. Kein Anwalt, Steuerberater, Banker würde sich das bieten lassen.

        • Tja, du hast ja – wie immer – sooo Recht. Aber kontrolliert werden bekanntlicherweise die, die es nicht betrifft. Wer betrügen oder sich sonst irgendwie einen unbilligen Vorteil verschaffen will, der macht das schon so, dass er n i c h t auffällt.

          Jedoch – Kontrollen verschaffen den „Beschützten“ (hier: den Versicherten, den Kassen und der Politik) so ein schönes warmes Sicherheitsgefühl im Bauch und den „Beschützern“ ein so erhebendes Machtgefühl („Wenn ich sage spring, dann springt die ganze Ärzteschaft“)!

          Wer kontrolliert eigentlich die Fähigkeit der Kontrolleure zu kontrollieren? Und was kontrollieren sie eigentlich? Benedicta, wart’s ab, irgendwann betrifft Dich das – im Staatsdienst – auch und dann mußt Du auch beweisen, dass Du nicht zuviel Bits und Bytes verbrauchst und wieviel das den Steuerzahler gekostet hat!

          P.s.: Was wollen wir bei Flugreisen in Zukunft noch alles kontrollieren, damit kein böser Terrorist seinen Sprengstoff an Bord schmuggelt? Wie wär’s mit Magenspiegelung (nachdem die Unterhose jetzt als Versteck jetzt ausfällt)? Die Drogenkuriere sind doch schon lange so weit!

        • Posted by Benedicta on 13. Januar 2010 at 12:06 am

          Wie ich schon schrieb – mir ist durchaus klar, dass die Kontrollen so nicht funktionieren. (Und zwar nicht nur bei den Ärzten, sondern auch beim Fliegen – wusstet ihr, dass Amsterdam schon VOR dem gescheiterten Attentat Körperscanner einsetzte?)

          Auch die Kontrollen im Uni-System sind schon seit Jahren etabliert – und ähnlich „sinnvoll“ wie bei euch. Akkreditierung, Evaluation, Mittelkürzungen… haben wir alles. Schaden tut es nur denen, die sich eh schon bemühen – Nützliches kommt nur wenig dabei raus.

          Man kann aber die eigene Argumentation stärken, indem man die „Feindschaftsgrenze“ anders zieht. Dann geht es nämlich nicht mehr „Patienten gegen Ärzte“ sondern „alle gemeinsam gegen Missbrauch des Systems“ – und zwar gegen Missbrauch auf beiden Seiten des ärztlichen Schreibtischs!
          Wenn man das einmal gründlich durchdenkt, macht einem das das Leben deutlich leichter – man ist dann nämlich nicht mehr versucht, die schwarzen Schafe der eigenen Berufsgruppe nach außen zu verteidigen, obwohl man sie eigentlich selbst nicht mag 🙂

  4. Man darf gespannt sein.

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  5. Posted by hajo on 11. Januar 2010 at 1:24 pm

    Politiker haben oftmals den Drang, irgend etwas Populäres zu schwätzen, das sie wenig später wieder zurücknehmen (müssen).
    Und die mittlerweile verblödete Journaille druckt so etwas gern in großen Lettern auf der ersten Seite (nicht nur das Blatt mit den vier Großbuchstaben)!
    Nur wenn’s revidiert wird, taucht es auf Seite n in einer kleinen Randnotiz auf.
    Rösler soll erst einmal klären,
    – wie „das“ überhaupt praktiziert werden soll,
    – ob „das“ finanzierbar ist
    – was die Lobby dazu sagt
    – ob Tante Angela überhaupt zustimmt
    (Reihenfolge ist änderbar)

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  6. obwohl ich allerdings den Eindruck habe das Banker, Wirtschaftsbosse etc eigentlich freie Hand haben.

    Antwort

    • Posted by hajo on 12. Januar 2010 at 8:32 am

      ist nichts dagegen einzuwenden, ausser: unter „etc.“ stehen mit Sicherheit nicht „Politiker (m/w)“ 😉

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  7. Posted by stef on 12. Januar 2010 at 8:54 pm

    Gegen die Bekämpfung der Kontrollitis habe ich nichts. Allerdings sollte man sich fragen, wie die Zukunft der medizinischen Versorgung im Rahmen der GKV aussehen wird, wenn erstmal das Lieblingsprojekt „Kopfpauschale“ umgesetzt wurde und das Beitragsaufkommen der GKVen in den Keller geht.

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