Ärztlicher Nachwuchs – faules Pack !!!


Ärztemangel in aller Munde. Anna fährt auch schon Hooby-mäßig Notarzt in der Provinz, da dort, wie schon vielerorts schon Mangel herrscht.

Sachsen zittert
Die KV Sachsen jammerte gestern auch. Sie befürchtet eine erhebliche Verschärfung des Ärztemangels in ihrem Bereich innerhalb der nächsten Jahre. Dabei hat der Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen, Klaus Heckemann, eine ganz einfache Erklärung für den Saustall:

Die miserable Arbeitseinstellung des Medizinernachwuchses
Zitat:
„Eine Mehrzahl der Studienabgänger möchte nicht mehr freiberuflich arbeiten“. Die Bereitschaft, als niedergelassener Arzt mehr zu tun als in einer angestellten Tätigkeit, sinke immer mehr. „Die Priorität ist heute, ich will wenig arbeiten und nehme dafür auch weniger Gehalt in Kauf.“

Die Jugend von heute will nicht mehr arbeiten
Na sowas! So ein faules Pack die jungen Wilden.

Warum nur?
Warum sind die wohl nicht mehr bereit sich hoch zu verschulden und dann 30% ihrer Arbeit kostenlos zu arbeiten, nicht wissend, ob und wann sie ihren Schuldenberg jemals abbezahlt bekommen werden?

Was ist das nur für eine Generation von heute – einfach betriebswirtschaftlich vernünftig zu denken?

Der Arztberuf ist doch Berufung! Da ist es doch selbstveständlich 60-80 Stunden die Woche zu malochen, egal ob eigene Gesundheit oder Familienleben dabei drauf gehen.

Mich erinnert dieser Herr Heckemann an einen meiner alten Chefs. Wenn man abends mal ausnahmsweise früher, so gegen 18:30 die Station verließ, dann blickte er auf die Uhr und sagte: „Freien Nachmittag heute?“.

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12 responses to this post.

  1. …wobei man dazu sagen muss, dass die Leute, welche die Umfrage gemacht haben wahrscheinlich noch zu der Generation derjengigen gehören, welche vielleicht hart gearbeitet, dafür aber auch noch richtig dick verdient haben.

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 14. Januar 2010 at 11:12 am

      Richtig, früher war die Krankenhauszeit quasi die Opferzeit, die man sich selbst und anderen gegenüber damit begründen konnte, dass danach als Niedergelassener sehr sehr gut (nach heutigen Maßstäben wahrscheinlich zu gut) verdient wurde. Dies ist heute so nicht mehr gegeben. Die Arbeitsbelastung ist eher gestiegen (vermehrte Bürokratie, aus Kostengründen weniger Hilfspersonal), die Entlohnung hierfür massiv gesunken (allein seit 1990 lt. Stern um 50%).

      Antwort

  2. Genau. Warum sollte ich mir dann den A…. aufreißen? Lieber angestellt bleiben, warten bis ich einen unbefristeten Vertrag bekommen habe und auf keine Weiterbildung usw. mehr angewiesen bin, damit nicht mehr erpressbar bin, und dann nehme ich mir bei Gelegenheit mal meine 6 Wochen Urlaub auf F48.0

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  3. Wie war das noch..
    Ich arbeite um zu leben….
    Oder doch umgekehrt…?… *schmunzel*

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  4. Da ist mir mein Blutdruck doch kurz mal hochgeschossen…

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  5. Tja und wohin soll uns der Ärztemangel führen? 5.000 offene Arztstellen in den Krankenhäusern und fast 4.000 fehlende niedergelassene Ärzte sind ein gravierendes deutschlandweites Problem, schrieb kürzlich die DKG. Die Ärzte wandern ins Ausland ab und fehlen hier. Jeder hat (verständlicherweise) nur sein Wohl im Blick – blöd nur, dass auf beiden Seiten Menschen sitzen, um die es geht: auf der einen Seite Ärzte/Kliniken, die angemessen honoriert werden wollen, auf der anderen Seite Patienten, und dann die fehlenden Gelder… Wo gibt es einen Konsens, wo soll das Geld herkommen, welche Leistungen sind bezahlbar… all diese Fragen stellte ich mir auch heute in meinem Post…

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  6. […]  Category: Medical News Über das Thema “Ärztemangel in Sachsen” gibt es bei Dr. Geldgier schon eine kleine Diskussion. Deswegen sei hier nur das Zitat der KV Sachsen zum Thema gepostet. Weitere Probleme sieht […]

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  7. Ich schaetze, das haengt aber auch mit der mehr oder minder aufgehobenen Rollenverteilung von Mann und Frau zusammen. Wenn beide arbeiten, aber auch Familie haben wollen, muessen halt beide was von ihrer Arbeitszeit opfern.
    Aber eins duerft ihr mir noch erklaeren, liebe Experten: Die Charite in Berlin streicht dieses Jahr 233 bestehende Stellen. Passt fuer mich nicht so richtig mit dem Arztmangel zusammen. Oder anders gesagt: Okay, wir haben Arztmangel. Aber koennen denn mehr Aerzte ueberhaupt finanziert werden?

    Antwort

  8. Ob ich mir vorstellen könne, mich später (so in x Jahren, nach Abi und Studium) mich nieder zu lassen?
    Da gibts von mir eine klare Antwort: Ja, aber nicht so lange sich in den nächsten 14-16 Jahren sich nicht entscheidend was an den derzeitigen Arbeitsbedingungen geändert hat.

    Warum nur?

    Antwort

  9. Posted by gesundheitsexpertin on 14. Januar 2010 at 10:44 pm

    Komisch auch, dass diese DIskussion immer nur in Bezug auf die Ärzte aufkommt….Das ist der einzige Berufsstand, bei dem es völlig normal ist, dass man sich aufopfert und nicht angemessen bezahlt wird, von dem ganzen Bürokratie- und Schreibkrims ganz zu schweigen. Das sollte man mal bei den Juristen oder so versuchen……Ein Aufschrei würde durchs Land gehen…..
    Und ist es eigentlich so verwerflich, dass man auch noch ein Privatleben haben möchte?

    Antwort

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