Feuer frei für die rote Presse: FDP-Hatz vom Feinsten


Endlich wieder ein echtes Feindbild für die Presse
Während der rot-grünen, aber auch rot-schwarzen Regierungszeit war die Presse in diesem Land auffällig zahm im Umgang mit den Regierenden dieses Landes. Kein Wunder, denn dem eigenen Lieblingskind SPD mochte man nicht gern Schaden zufügen. So stürzte man sich also damals, um den drohenden Untergang der SPD zu vermeiden, auf diejenigen, die gegen die SPD aktiv waren, namentlich Ärzte, die ihre Existenz als Niedergelassene bedroht sahen. So kam es damals zur Aktion 15 (15% für die SPD, das reicht!) oder auch Aktion „Ulla Schmidt – nein danke“. Die Presse bedankte sich mit Ärztehatz vom Feinsten, ich berichtete mehrmals.

Nun haben unsere beunruhigend gleichgeschalteten Medien endlich wieder ihr altes Feindbild entdeckt: die FDP und da auch gerne unseren neuen Gesundheitsminister Dr. Rösler.

Lobbyismus neu entdeckt
Der Spiegel titelt am 23.01. „Triumph der Lobbykratie“ und rechnet in journalistisch billigster Weise mit der FDP und deren Gesundheitspolitik ab.

1) Entlassung von Prof. Sawicki aus dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG):

er sei zu streng mit der Pharmaindustrie gewesen und deshalb gegangen worden, so der Spiegel. Unregelmäßigkeiten beim Dienstwagenleasing verharmlost das Blatt als vernachlässigbar. „Seinen Job hat er gut gemacht, davon sind …. viele Mediziner überzeugt“. Sein Job war, Studien über neue Medikamente so zu selektieren und nach seinem eigenen Bewertungsprinzip zu beurteilen, dass möglichst am Ende herauskommt, dass das böse neue Medikament, weil teuer, nicht wirksam oder zumindest nicht besser wirksam sei, als ältere, billigere Medikament. Bestes Beispiel die Bewertung des Antidementivums Memantine durch das IQWiG, die eindeutig konträr zur aktuellen S3-Leitlinie Demenz der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychiatrie steht. Damit stehen wir Ärzte wieder in der Zwickmühle zwischen Wirtschaflichkeit (IQWiG) und wissenschaftlichen Leitlinien.

2) Berufung eines PKV-Lobbyisten ins Bundesgesundheitsministerium

Der Spiegel mokiert sich furchtbar darüber, dass Herr Weber, derzeit stellvertretender Direktor des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV), als Abteilungsleiter für Grundsatzfragen ins BGM berufen wurde.
Ganz nebenbei wird noch angemerkt, dass auch eine Frau Naaser, eine ehemalige stellvertretende Leiterin einer gesetzlichen Krankenkasse, nun an eine Schlüsselstelle im Ministerium sitzt. Hier wird eindeutig mit zweierlei Maß gemessen, obwohl damit PKV- und GKV-Vertreter letztlich mit im Boot sitzen.

Die Verlorgenheit der Medien gipfelt jedoch darin, dass … (Fortsetzung folgt)

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2 responses to this post.

  1. Na dann ist doch die Welt wieder in Ordnung. Beim Arzt werden sie geheilt und aus der Presse erfahren sie, warum das alles nicht stimmt.

    Antwort

  2. Posted by Benedicta on 25. Januar 2010 at 4:21 pm

    *prust* du hältst den SPIEGEL für ein „rotes“ Blatt? ERNSTHAFT?

    Bist du sicher, dass du dich nicht doch mal auf Verfolgungswahn testen lassen solltest… ?
    (Davon mal abgesehen: ich hab in den letzten Jahren keine einzige ernstzunehmende, fundierte, nachvollziehbare Spiegel-Reportage gesehen. Ich lese regelmäßig den Zwiebelfisch (den finde ich ganz witzig, und die Kolumne passt zu meinen eigenen erbsenzählerischen linguistischen Vorlieben) – das wars aber auch schon. Sinnvolle Informationen gibts woanders.)

    Antwort

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