Via Medici: gegen den Frust in der Vorklinik und im Leben


Da find ich doch glatt bei Via Medici, einem Blog für Medizinstudenten:

„Überlebenstipps für die Vorklinik“

Mein Kommentar darauf
„Leute, wenn ihr nicht frustrationstolerant seid, dann lasst es mit dem Studium. Denn das Arbeiten als Arzt in Deutschland wird Euch wesentlich mehr abverlangen, als die Vorklinik.
Kümmert Euch rechtzeitig um einen Einstieg in alternative Berufsfelder für Mediziner oder aber um eine Karriere im Ausland. Hier in Deutschland solltet ihr nur als Ärzte und Ärztinnen arbeiten, wenn ihr alternativ Mönch oder Nonne hättet werden wollen. Wenn Euch Gottes Lohn reicht und ihr dank unmöglicher Arbeitszeiten und Stress schneller bei Gott sein wollt, dann macht weiter und werdet Ärzte in Deutschland.“

Bisher kam keine Reaktion. Vielleicht war es auch zu hart formuliert, aber die üblichen „Mach das bl0ß nicht“ -Warnungen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis hatte ich damals als Medizinstudent voller Euphorie und Idealismus auch in den Wind geschlagen.

Sind Deutschlands Medizinstudenten so lahm oder lesen sie einfach dieses Via-Medici-Blog nicht?

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8 responses to this post.

  1. Ich vermute Letzteres.

    Antwort

  2. Ich hatte irgendwie schon länger vermutet, dass die entweder zum Studium qualifizierende oder spätestens im Studium erlernte a) Frustrationstoleranz und b) sinnlose Wiedergabe teils zusammenhangloser Fakten eigentlich nichts weiter ist als eine Vorbereitung auf a) das Ertragen von zahllosen Überstunden und b) das Memorieren pathologisch schwachsinniger Verwaltungs- und Abrechnungsvorschriften.
    Ich kann alles und davon viel und noch besser Sinnloses ertragen. Bin ich damit zum Medizinstudium und einer späteren Tätigkeit in Deutschland qualifiziert?

    Antwort

  3. Posted by schwestertrauma on 2. Februar 2010 at 7:28 pm

    Das einzige was da hilft ist arbeiten. Ich lade gern alle frustrierten Vorkliniker zu mir auf Station ein, denn wir haben eh zu wenig Ärzte… und die paar sind ständig im Saal. Aber genau da liegt ja das Problem. Der fehlende PRAXISBEZUG. Da ist es kein Wunder, dass PJ-ler nicht wissen wie Klammernentferner aussehen und Blut an Armen mit Kalium-KI abnehmen… Ich wette viele würden es sich anders überlegen. So wie ich 🙂 Habe die Vorklinik aus meiner Lebensplanung gestrichen.

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  4. Posted by Sebastian on 2. Februar 2010 at 7:46 pm

    Ich studiere Medizin ja nur, um mit dem weißen Kittel auf Station zu posen.

    Ne mal im Ernst, so schlimm wie alle jammern ists doch auch wieder nicht. Ich persönlich könnte mir nicht vorstellen jetzt auf Maschinenbau umzusteigen oder so.

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  5. Posted by James on 3. Februar 2010 at 3:34 pm

    Unsere Generation ist leistungsorientierter und flexibler als unsere Eltern es jemals sein werden. Altruismus motiviert die wenigsten; wir genossen das deutsche Gesundheitssystem und liebäugeln mit dem Amerikanischen. Nationalität und Grenzen sind für uns belanglos – wir sind, als Kinder der von euch geschaffenen Verhältnisse, auf eine ganz andere Weise politisch.

    Ethik ist in der medizinischen Ausbildung nur Nebenfach und den Hippokratischen Eid legt schon lange keiner mehr ab. Es wird sich viel ändern mit der neuen Generation: Cuius regio, eius religio.

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 3. Februar 2010 at 4:26 pm

      Danke für den offenen Kommentar! Genau das geht mit meinen Beobachtungen einher. In den USA ist man als Arzt hoch angesehen, hier gilt man immer noch als unsozial, wenn man in diesem Beruf vernünftig verdienen will, weil doch momentan Krise sei … etc …

      Antwort

  6. Posted by mausel on 4. Februar 2010 at 8:21 pm

    vor allem mehr als die fünf euro netto im nachtddienst, wo ich für knieschmerzen sei zwei wochen um zwei uhr nachts aufstehen muss. weil, bei uns muss man nicht so lang warten wie beim HA. und ausserdem verdienen wir super, sind alle millionäre und haben haus, auto, boot und pferd. ich will ja gar nicht als gott behandelt werden, aber etwas respekt wäre schon super. aber hier ist man eher der dussel.
    gestern zum beispiel beim streik hat einer unserer betriebsratsmitglieder, pfleger, aber den br freigestellt mitten auf station unseren chef angeschrien, weil der nicht mit dem pfleger vorher abgeklärt, ob eine appendizitis ein notfall ist und trotz des streiks operiert werden darf…:(
    kein wunder, dass wir ärztemangel haben.

    Antwort

  7. Posted by Solotoj on 7. Februar 2010 at 9:25 pm

    grade noch was gelesen zu dem Thema:
    http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=67617

    Da verliert man irgendwie schon den Mut als baldiger PJler…

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