Zuzahlung 1600€ freiwillig…


Kassenarzt: Depp der Nation

… fast wochenlang wird schon empört über die 8€ im Monat diskutiert, die manche Kasse nun zusätzlich verlangt.

… fast täglich müssen sich meine Damen am Empfang wüste Beschimpfungen anhören, wenn sie die 10€ im Namen der Krankenkassen (perfiderweise „Praxisgebühr“ genannt) eintreiben müssen

… es ist noch nicht lange her, dass ich im Notdienst Telfonberatung wegen „Beinahe-Durchfall“ kostenlos durchführte (habe weder die Krankenkassenkarte noch die 10€ Notdienst-KASSEN-Gebühr erhalten)

… usw. usf. …

UND DANN DAS:

Anruf einer MS-Patientin mit schwerer Verlaufsform, praktisch im Rollstuhl, die ich letztens zum ersten Mal untersucht hatte. Sie kam damals mit nem Leitzordner voller Vorbefunde und wollte sich hier weiter behandeln lassen. Nachdem die Erstuntersuchung schon ne halbe Stunde dauerte, habe ich eines abends gut ne halbe Stunde die Vorgeschichte geordnet, um der Diagnose sicher zu sein und einen Überblick über alle schon durchgeführten Therapien zu erhalten.

Dann eben der Anruf der Patientin, um darüber zu berichten, wie sie das von mir verordnete Medikament vertragen habe. Da es mitten in der Sprechstunde war, rief ich gegen Mittag zurück. Wieder ein langes Telefonat. Und am Ende dann das:

Also sie werde morgen so eine Ausleitung nach Professor Dingsbums beginnen. Das solle ganz doll helfen. Sie werde sich dann nachher mal wieder melden. Die 10 Infusionen kosten übrigens 1600€; in Worten Eintausendsechshundert Euro ! 

1600€, das sind derzeit ca. 40 Quartale oder 10 Jahre, ja, 10 Jahre Behandlung beim Kassenneurologen.

Dem Deppen, der dann wieder die teuren Medikamente aufschreiben darf, wenn es schlecht geht.

Dem Deppen, der dann den Hausbesuch macht, wenn sie nicht mehr raus kommt.

Dem Deppen, der für 10€ die Atteste schreibt, damit die Pflegestufe bezahlt wird oder der Rollstuhl. …  

Wohlgemerkt: 1600€ von einer Frührentnerin, … für Scharlatanerie …

Wo sind sie da, die 8-Euro-Empörten ???

Wer Schulmedizin wie Dreck bezahlt und dafür Dreck mit Gold aufwiegt, der hat nichts anderes verdient.

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25 responses to this post.

  1. Posted by Yiami on 10. Februar 2010 at 11:55 pm

    Hallo Dr. Geldgier

    Viellieicht sollten Sie sich mal in die Situation der Patientin versetzen, wie verzweifelt man am Leben hängt, im Unterschied zu Ihnen als Arzt, der am Geld hängt.
    Fragen Sie mal nach, wie und warum diese Patientin dieser offensichtlichen Scharlataneirie glaubt und nicht Ihnen.
    Ich bedauere Diese Frau, und Ihnen Wünsche ich Erleuchtung, auch zu Ihrem Erfolg.
    Yiami

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 11. Februar 2010 at 6:55 am

      Sorry, das tue ich nicht – ich kann verstehen, dass man na jedem Strohhalm greift – wenn man eine schwere Krankheit hat, aber deshalb muss ich mich als halbwegs intelligenter Mensch nicht jedem Scharlatan in die Arme werfen. Dann sollte man aber auch beim Scharlatan bleiben.
      Ihre Unterstellung, das ich „am Geld hänge“ ist äußerst vermessen. Ich tue es viel zu wenig, sonst würde ich meine wertvolle Zeit hier nicht verbringen…
      Aber Sie haben Recht. Ich sollte vielleicht auch nach einer „Erleuchtung“ suchen müssen, mit denen die Patienten mir dann mehr „Glauben“ – also nicht Medizin machen sondern religiöse Kult-Scharlatanerie und schon sind alle glücklich. Danke für den Tipp.

      Antwort

      • Posted by Yiami on 11. Februar 2010 at 7:33 am

        Am Geld hängen, es währe ein schlechter Unternehmer, würde er nicht am Geld hängen.
        Als Arzt ist man da besonders gefordert, Medizin die überzeugend und wirksam verkauft werden muss.
        Nur wo ist der Übergang von Patienten zum Kunden?

        Antwort

  2. Posted by Yiami on 11. Februar 2010 at 8:45 am

    PS:
    Diese bedauernswerte Frau wird abgezockt in ihrer Verzweiflung.
    Ist es moralisch, ihr die Hoffnung zu nehmen, die sie in diese Investition steckt, ist es moralisch darüber überhaupt zu urteilen???
    Natürlich hätten Sie ihr klar machen können dieses Geld besser anderweitig anzulegen, was für Seele und Geist zu tun, einen schönen Urlaub oder so.
    Man hat es mit erwachsenen und mündigen Menschen zu tun, allerdings darf man die Messlatte nicht zu hoch legen, auch ich sehe mich immer wieder dazu gezwungen der Wertebereich der Moral und Anstand nach unten zu korrigieren.
    Ein Gesellschaftliches Phänomen, leider………..

    Antwort

  3. Posted by Unterassi on 11. Februar 2010 at 10:17 am

    Tja, immer schwierig den Patienten einerseits, da ja mündig und erwachsen, ehrlich un umfassend über seine Krankheit und Prognose aufzuklären ohne aber ihm alle Hoffnung zu nehmen…
    Da hat der Guru, der alles verspricht, schon einen Konkurrenzvorteil, und wenn er mit einer Kur soviel Geld macht wie Geldgier in zehn Jahren muss es ihn auch nicht stören, dass die Patientin nachher nie wieder kommt.
    Aber ein super Plan, der schwerbetroffenen Rollstuhlfahrerin zu empfehlen, stattdessen einfach einen schönen Urlaub oder so zu machen.

    Antwort

  4. so sehr mich derartige Scharlatane und unethischen Abzocker auch auf die Palme bringen: das eine hat mit dem andern nix zu tun!

    Wenn sich allerdings jemals (was zum Glück noch nicht passiert ist) so jemand, der sein Geld zum Quacksalber (oder auch zum ärztlichen Abzocker) trägt, bei mir dann über die 10 €uros oder andere Minikosten beschweren würde, der dürfte sich sofort („ich kann leider auch nichts mehr für Sie tun“) einen neuen Hausarzt suchen!

    Antwort

  5. Posted by Barbax on 11. Februar 2010 at 10:47 am

    Ich denke das liegt auch daran dass viele Menschen nicht nachvollziehen können oder wollen ,dass das Gesundheitssystem ein ökonomisches System wie jedes andere auch ist. Aus bodenlosem Unverständnis heraus werden dann auf 8 oder 10 euro geschimpft, während Quacksalbern, die klar als ökonomsich Handelnde auftreten, Geld sofort zugestanden wird.

    Wann kommen endlich die Patientenrechnungs-Kopien???

    Antwort

  6. Posted by bloeder_hund on 11. Februar 2010 at 10:50 am

    wenn ich es richtig verstanden habe,
    stösst der werte Herr Kollege Prof.Dingsbums sauer auf.
    Und drgeldgier ist frustiert,
    weil er die Scherben danach zusammenfegen darf
    (verständlich in meinen Augen).
    @unterassi,
    auch Rollstuhlfahrer können Urlaub machen,sogar sehr zum empfehlen

    Antwort

  7. Posted by Rentner 11 on 11. Februar 2010 at 11:18 am

    Hallo, sehen Sie das bitte nicht so isoliert. Das gleiche Thema habe ich mit meinem Hausarzt diskutiert. Als er mir dann zugeben musste, dass die Quartalspauschale/Patient multipliziert mit seiner Vielzahl von Patienten plus Sonderleistungen doch ein hübsches „Sümmchen“ Quartal für ihn einbrächte, hellte sich sein Gesicht merklich auf. Warum muss ein Arzt eigentlich mehr bekommen, als ein z.B. mit gleichem Bildungsstand versehener Dipl.-Ingenieur o.a.?

    Antwort

    • Posted by elamatrix on 11. Februar 2010 at 12:12 pm

      Nur dass der Herr Doktor die Quartalspauschale direkt so an die Krankenkasse abführen darf (bzw einfach entsprechend weniger für seine Behandlung erhält)

      Antwort

    • Posted by drgeldgier on 11. Februar 2010 at 12:50 pm

      Wenn der Diplom-Ingenieur zusätzlich zu Studium und Promotion auch noch 4-6 Jahre Spezialisierung hinter sich gebracht hat und erfolgreich selbstständig ist , dann wird er nicht weniger verdienen, als der Herr Doktor. Aber ich muss jetzt los. Hausbesuch in 14km Entferung durch den Schneesturm. Toller Reibach: ca. 25€ – dafür reist Ihnen kein Diplomingenieur ins Haus.

      Antwort

      • Posted by hajo on 11. Februar 2010 at 1:01 pm

        ach drgeldgier, als Dipl. Ing. mit mer als 35 Jährchen auf dem Buckel kann ich Dir nur sagen: wir reisen manchmal für noch weniger: umsonst 😉

        Antwort

        • Posted by drgeldgier on 11. Februar 2010 at 4:06 pm

          Hallo Hajo,
          die 25€ sind all inclusive – Anreise (es waren 17km) – Untersuchung, Beratung der Tochter – Rückreise. Bei den heutigen Verhältnisse war ich insgesamt 70min unterwegs. Ich sollte auch in die Großstadt gehen, da macht kein Facharzt Hausbesuche. Aber die Leute auf dem Land werden halt dann nicht mehr wirklich versorgt. Ich denke, der Besuch heute war medizinisch gesehen äußerst sinnvoll, da der Hausarzt sich einfach mit den Medikamenten bei schwerem Parkinson und Demenz nicht so gut auskennt und der Pat. dadurch unnötiges Leid erspart bleibt. Abre kein MVZ wird sich für so einen 83-jährigen Kunden erwärmen, der nicht rein wirtschaftlich gesehen halt ein Verlustbringer ist. Und genau diese Sicht der Dinge hält im Moment Einzug im Gesundheitswesen.
          Das mag bei Autos, Lebensmitteln, anderen Industriegütern etc. gerade noch gehen (obwohl auch da das wirtschaftliche Diktat und der Tanz ums goldene Kalb Rendite bedenklich ist) aber unser Produkt ist der Mensch, seine Gesundheit und das Wohlbefinden. Wenn hier nur noch Proft zählt, dann Gute Nacht Deutschland. ….

  8. Posted by mausel on 11. Februar 2010 at 2:38 pm

    Lieber Rentner,
    ich glaube, du verstehst das Wort Praxisgebühr falsch. Die ist kein Verdienst für den HA, sondern eine Sondergebühr de KK mit deutlich erheblichem Arbeitsaufwand für den Arzt/bzw. seine Helferin, wovon der HA nix hat, sondern die 10 Euro auch abführen muss, wenn der Patient nicht auf die Mahnung hin bezahlt.

    Lieber Hajo, Barbax, etc.,

    laßt uns doch keine Neiddebatte führen oder wer verdient mehr oder weniger. Prinzipiell geht es einfach darum, dass wir als Ärzte eine Dienstleistungsgesellschaft für Patienten/bzw. Kunden geworden sind. Ich bin ein großer Verfechter des Patienten mit eigener Meinung. Aber:

    Viele Patienten kommen, wir behandeln nach Schulmedizin, der Patient hat aber, meist aus dem Zusammenhang heraus, dies und das gelesen, gehört etc., jetzt geht so lange von Kollege zu Kollege bis er das zu hören und zu sehen bekommt, was er möchte. Sagen Sie mal einem Patienten vor einer geplanten TEP, er möchte bei einer Körpergröße von 170 cm von 120 kg auf 90 abspecken, dann geht er halt ins Nachbarkrankenhaus…

    Und lieber Hajo, dazu kommt, zumindest hier in der Chirurgie, wir entscheiden oft über Leben und Tod, müssen auch nach 36 Stunden auf den Beinen, ja das gibt´s noch in Deutschland, schnell reagieren, wenn jemand plötzlich massiv irgendwo blutet, reanimiert werden muss usw. und das zumindest hier bei uns für ca. 5- 8 Euro netto/Stunde. Nach 7 Jahren Studium und 6 Jahren Facharztausbildung. Nur um dann hinterher einen bösen Brief vom MdK zu bekommen, wieso ich mein 90jähriges Ömchen nach einer Gallen- OP nicht Samstag allein nach Hause, sondern erst am Montag nach Hause gelassen habe. Mit der Antwort bin ich und unsere Sekretärin dan je ca. 20 Minuten beschäftigt, in dieser Zeit hätte ich wirklich mit Menschen reden können und mich um meine Patienten kümmern können.

    Bitte versteht das nicht falsch, ich mache meinen absoluten Traumjob, immer wieder würde ich Chirurgin werden. Aber ganz ehrlich: Wenn ich nachts um 2 für Rückenschmerzen seit 2 Wochen aufstehen muss, weil ich werde dafür ja bezahlt (s. oben) und dann muss man ja nicht so lange warten wie beim HA, dann wäre ich doch lieber Ingenieur…:)

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 11. Februar 2010 at 4:01 pm

      Danke für die Schützenhilfe 😉

      Antwort

    • Posted by hajo on 12. Februar 2010 at 8:34 am

      na ja, mausel, so ganz ohne ist unser Job auch nicht: wenn wir (gilt für meinen Bereich = Anlagenbau) einen Fehler machen und eine Anlage „fliegt in die Luft“, kann’s schon mal passieren, dass drgeldgier & Co. noch mehr zu tun haben.
      Bitte, das klingt jetzt scherzhaft (das entspricht nun mal meiner Art, nicht alles so bierernst zu sehen), ist aber durchaus ernst gemeint.
      Sicherlich hast Du Recht: wenn ein Arzt in bestimmten Fällen einen Fehler macht, ist unwiderruflich für einen Menschen das Leben zu Ende, aber so wie Du zu Recht die Neiddiskussion (die ich im Übrigen gar nicht im Auge hatte) ablehnst, lehne ich die Diskussion über Wertigkeiten der unterschiedlichen Berufe ab.

      Liebe Grüße
      Hajo

      Antwort

  9. Posted by Rentner 11 on 11. Februar 2010 at 4:10 pm

    Lieber Mausel, oh doch, den Unterschied kenne ich schon sehr genau. Ich kann schon zwischen Praxisgebühr- (die ja eigentlich, wenn den damaligen Lügenmärchen der U. Schmidt geglaubt wurde, dazu diente, das Kassendefezit zu senken) und dem Honorar des Arztes.
    Eigentlich sollte der Arzt doch froh sein, für seine Leistung angemessen bezahlt zu werden. Wer bestimmt den eigentlich die Honorarhöhe? Schaffen wir doch endlich die KV/Ärztekammerdikatatur ab, lassen den Arzt selne Honroare selbst kalkulieren und der Patient bestimmt ähnlich einer kFZ-Werkstatt wo er sich behandeln lässt.
    Vorher muss der Arzt seine Praxis bewerben und natürlich ein Preisschild aushängen. Konkurrenz belebt das Geschäft. Und wie wäre es eigentlich, wenn der Arzt auch nur dann bezahlt würde, wenn der Patient auch geheit ist- bzw. das Leiden nach Auffassung des Kunden (Patienten) zu friedengestellt gemindert ist. Was soll eigentlich dieser Verbandsdünkel?

    Antwort

    • Das ist absolut unrealistisch! Du würdest damit eine objektive Sachmeinung von dem Durchschnittspatienten fordern, das kann überhaupt nicht funktionieren. Wie viele Patienten können bitte noch objektiv beurteilen, wie toll es war, gehört zu haben, dass sie bald drauf gehen?
      Und wenn er sich die Honorare komplett selbst bestimmen würde, wäre ein Patient gezwungen, die Ärzte nicht nur aufgrund ihrer Qualität, sondern auch noch aufgrund ihrer Preise zu beurteilen. Was die soziale Schere verstärken würde. Wo kämen wir dann hin? Zu Aldi-Ärzten vs. Privatversicherten vs. Luxus?
      Das wäre eine Konkurrenz, die nicht das Geschäft beleben würde, sondern die typischen Werbungsschleimerei.

      Antwort

    • Posted by drgeldgier on 11. Februar 2010 at 7:34 pm

      @Rentner:: „wenn der Arzt auch nur dann bezahlt würde, wenn der Patient auch geheit ist- bzw. das Leiden nach Auffassung des Kunden (Patienten) zu friedengestellt gemindert ist“
      Ich begrüße den ersten Kommentator vom Mars! Herzlich willkommen. Ich als Neurologe behandle und betreue auf diesem Planeten Erde Patienten mit chronisch-unheilbaren Krankheiten. Wenn das bei Dir auf dem Mars so ist, dass die Ärzte dort nur bezahlt würden wenn der Pat….. (s.o.), dann würden die meisten dieser Patienten mit Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson (ich weiß nicht, wie die Typen auf dem Mars hießen, die diese Krankheit zum ersten Mal beschrieben) von jedem Arzt einfach abgelehnt werden, weil er wüßte, dass er sowieso nix bezahlt bekäme.
      Denn Demente können ab einem gewissen Stadium nix mehr beurteilen und bei den meisten Krankheiten gibt es keine Heilung und oft – zumindest für den Patienten – keine befriedigende Linderung.
      Super-Idee aber: alle Ärzte würden nur noch Husten-Schnupfen-Heiserkeit und Krankheiten behandeln die von selbst heilen, dann würden sie fette Beute machen.
      Ganz tolle Idee. Vor allem auch bei psychiatrischen Krankeheiten: „hey doc, entweder ein Kasten Bier zur Begrüßung oder die Kasse zahlt nix.“ ….

      Antwort

  10. Posted by Sebastian on 11. Februar 2010 at 4:41 pm

    Ich finds überhaupt untragbar, dass man als Arzt immer ökonomische Aspekte im Blick behalten muss. Man sollte wieder zu den originären Aufgaben des Arztes kommen: die Behandlung des Patienten.

    Antwort

  11. @Rentner

    Jawoll, jeder Arzt hängt draußen sein Preisschild an die Praxis, denn Konkurrenz belebt das Geschäft! Es geht hier um Menschenleben, nicht um irgendeine KFZ Werkstatt. Was Lohndumping anrichtet, können sie sich gerne mal im Rettungsdienst anschaun. Da gehen einige Kollegen mit 900 Euro netto nach Hause.

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 11. Februar 2010 at 7:35 pm

      Richtig – das ist die nächste Riesensauerei in diesem System. Einer der wichtigsten Berufe – nämlich Rettungsdienster – werden geradezu lächerlich bezahlt oder gleich mit „Ehrenamtlichen“ befüllt. …

      Antwort

  12. In unserer Gesellschaft ist jeder bereit das zu zahlen, was es ihm wert ist und/oder was er zahlen kann: das nennt man Markt. Weil unsere Politik weiß, dass diese Überlegung – bezogen auf das Gesundheitswesen – zu einem Zusammenbruch unserer Volkswirtschaft führen würde (wenn alle nur noch ihr Geld für „Gesundheit“ und „Medizin“ ausgeben, gibts keine Autos mehr, die Banken bekommen keine Spargroschen und die Versicherungen hätten nix zu tun), wurde das Gesundheitssystem aus dem Markt ausgekoppelt und zur „Volks/Staataaufgabe“ gemacht, über das die Politik eine eigene Verantworung sieht. Deshalb hat „Gesundheit“ keinen „Wert“ mehr und wird als „wertlos“ angesehen. Wenn aber etwas „wertlos“ ist, dann wird (logischerweise) schon um 1 €uro gefeilscht!

    Wenn dagegen – wie bei Dr. Beutelschneid und Guru Miraculkus – eine spezielle Hokuspokus-pecunia-non-olet*-Hochpotenz-Therapie angeboten wird, dann sind wir wieder im Markt! Dann zahlt der Kunde wieder „Marktpreise“ (keine Angst: sollte dies volkswirtschaftlich relevante Dimensionen annehmen, würde die Politik solches sofort unterbinden! Solange dies aber nicht der Fall ist, interessiert es die Poltik nicht).

    P.s.: könnt ihr nicht endlich die dummen Diskussionen lassen, wer hier mehr oder hochwertiger arbeitet, wer hier besser und länger ausgebildet ist und wer ein Recht darauf hat, Millionär zu werden? Bei der Diskussion um ärztlich Honorare gehts nicht um die kleinkrämerische Höhe des Einkommens, sondern um die gezielte Fehlinformationen der Öffentlichekit durch Politik und Kassen, damit die einen Buhmann für das eigene Unvermögen haben, die Bürger zufrieden zu sehen.
    P.p.s.: meine Klassenkameraden, die Diplomingenieure geworden sind, sind a l l e reicher als ich und ebenfalls a l l e schon im Vorruhestand, während ich als Hausarzt – dank der „Ärzteschwemme“ – noch mindestens bis 68 weiterrammeln darf.

    * pecunia non olet: lat. für „Geld stinkt nicht“: politische Begründung für die Einführung einer Latrinensteuer im alten Rom

    Antwort

  13. Posted by hajo on 13. Februar 2010 at 5:55 pm

    @landarsch
    ich stimme Dir zu (hab ich oben schon geschrieben), dass diese „Wertediskussion“ sinnlos (wenn nicht sogar gefährlich) ist. Warum machst Du Deine Aussage einige Zeilen später wieder zunichte?
    Ich bin freiberuficher Ingenieur, nicht aus Überzeugung, sondern der Not gehorchend …
    und ich werde mir einen Vorruhestand nicht leisten können – und mit mir die Mehrzahl der Ingenieure.

    Du schreibst: „Aber lassen wir’s damit gut sein.In unserer Gesellschaft ist jeder bereit das zu zahlen, was es ihm wert ist und/oder was er zahlen kann: das nennt man Markt.“
    Dazu kann ich nur schreiben: Die Gesellschaft der Anbieter macht es dem Verbraucher (vielleicht auch sich selbst) aber auch recht einfach, indem sie sich Preis-Scheinkämpfe liefern
    .. um zu verschleiern, dass in einigen Bereichen die Preise ohnehin zu hoch sind.
    Das gilt m.E. nicht im Bereich vieler Lebensmittel (Fleisch, Milchprodukte etc.)
    .. und halt auch bei Dienstleistungen
    .. und dazu gehören auch die Leistungen der Ärzteschaft.

    Mit einem kleinen Unterschied: Die Ärzteschaft ist permanent am Lamentieren, ohne etwas gegen die Auswüchse u.a. in ihrer eigenen „Standesorganisation“ zu tun.

    Jagt die Kassenärztliche Vereinigung (z.B.) zum Teufel und macht Euch selbst Gedanken. Ist mühsam, das gebe ich ja zu, aber was hilft’s.
    Hilf‘ Dir selbst, dann hilft Dir Gott!
    Und wählt nicht immer nur diese reaktionären tumben Parteien!!!
    gelle?

    Liebe Grüsse aus Frankfurt am Main
    Hajo

    Antwort

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