Söder und das Narrentreiben


Hat die Süddeutsche Zeitung den Zeitpunkt bewusst gewählt?

In der heutigen Ausgabe geht das Possenspiel zwischen CSU und FDP bzw. zwischen Bayerns Gesundheitsminiser Söder und Bundesgesundheitsminister Rösler in die nächste Runde. Wobei letzter zu diesem Streit wie die Jungfrau zum Kinde kam.

Die aktuelle Schlagezeile:

Gesundheitsreform
“Mit der CSU wird es keine Kopfpauschale geben“

Leidet der Herr Söder komplett an politischer Demenz oder ist es wirklich ein Faschingsgag? Im Koalitionsvertrag, der auch von CDU und CSU mit unterschrieben wurde, steht eindeutig festgeschrieben, wie die Beitragsregelung zur Gesetzlichen Krankenversicherung geändert werden soll. Noch bevor nun die Regierungskommission die konkrete Umsetzung dieser Vereinbarung – Grundlage für die Zusammenarbeit in der Koalition – die Arbeit aufgenommen hat, legt sich also der Bayerische Poltergeist schon fest, dass mit ihm nix gehen wird.

So ähnlich, wie ein Ehemann, der mit seiner Ehefrau in einer Ehekrise ein Ehe-beratungsgespräch aufnehmen will, vorher aber schon überall herumposaunt, dass er seine Sexaffäre mit der Nachbarin in keinem Fall aufgeben wird.

Der von mir nicht wirklich geschätzte „Ärztehasser“ hat es vor kurzem in einem Beitrag unter dem Titel „Medizin und Wahnsinn – Der Södereffekt“ gut beschrieben:

„Man kann Markus Söder als das Placebo unter den Politikern bezeichnen. Nichts drin, kann aber erstaunliche Wirkungen auslösen.“ (Quelle)

Der „erstaunliche Effekt“ ist leider der, dass die schwarz-gelbe Koalition verständlicherweise im Ansehen extrem sinkt, weil jeder denkt, die führten hier eine Karnevalssitzung nach der nächsten auf. Hoffentlich wird das ab Aschermittwoch besser.

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5 responses to this post.

  1. ich warte ja schon auf das Ende dieser Koalition – gut dran arbeiten, das machen sie ja jetzt!

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  2. wen schmeißt Merkel eher raus – Seehofer oder Westerwelle?

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  3. Westerwelle und dann gibt es eine große Koalition mit der SPD ^^.

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 12. Februar 2010 at 1:11 pm

      und der Zug in die konzerngelenkte Medizin mit reiner Profitorientierung für Aktionäre und Vorstände wird weiter fahren. Und die Leute werden es erst merken, wenn das nächste Krankenhaus 80km entfernt, der nächste Facharzt ebenso und der Notarzt kein Deutsch mehr spricht, der 35 min nach Alarmierung eintrifft. …
      Dann kann ja noch der Pendler kommen und wenigsten exakt angeben, ob die Füße gen Westen oder Osten zeigen sollen bei der Beerdigung – für die Harmonie im Nirwana. Die Angehörigen werden die 1500€ hierfür schon locker machen.

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  4. Posted by Benedicta on 12. Februar 2010 at 2:09 pm

    „Der “erstaunliche Effekt” ist leider der, dass die schwarz-gelbe Koalition verständlicherweise im Ansehen extrem sinkt, weil jeder denkt, die führten hier eine Karnevalssitzung nach der nächsten auf.“

    Glaub ich nicht. Der „Rest der Welt“, sprich Deutschland außerhalb Bayerns, ist nämlich fest davon überzeugt, dass in Bayern alles bestens läuft und hält den „status bavariae“ für extrem erstrebenswert.
    Ich staune immer wieder über diese Haltung – solang ich selbst noch in Bayern lebte hätte ich mir das nie träumen lassen (gut, ich bin auch Fränkin… dass wir nicht sooo gut auf die Bayern zu sprechen sind dürfte bekannt sein ;)).
    Beweis: Deutschland hat Schwarz-Gelb gewählt – trotz der Sperenzchen der CSU (Pauli, Doppelspitze, etc.pp.)…

    Antwort

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