Rationierung mit Pfiff – und keiner merkts


Gerade eben wieder in der Praxis:

Junge Dame mit Kopf- und Gesichtsschmerzen. War schon im Februar zwei Mal bei einem anderen Kollegen am Nachbarort, weil bei mir so schnell nix frei war.

Die zweite Meinung
Nachdem der Kollege aber – bei medizinisch völlig korrektem Vorgehen – nix fand und nicht sehr freundlich war, wollte die Dame nun eine zweite Meinung und wurde deshalb vom Hausarzt zu mir überwiesen.

So weit so gut. Ich habe befragt und untersucht wie immer und bin zu einem ähnlichen Ergebnis wie der Vorkollege gekommen.

Da ich wohl etwas freundlicher war, ging die junge Dame samt Mutter auch zufrieden aus meiner Praxis.

Warum ich das erzähle?

Bestrafung für Ärztehopping
Nun ja. In Deutschland gehen die Patienten doch viel zu oft zum Arzt. Innerhalb eines Quartals zu zwei verschiedenen Fachärzten der gleichen Fachrichtung zu gehen ist böse, ganz böse, auch wenn manchmal menschlich verständlich.
Deshalb hat sich „das System“ auch eine Strafe einfallen lassen: 
der zweite Facharzt erhält nur noch die Hälfte der Fallpauschale, also für mich waren es nun 23 anstatt 46 €, obwohl ich Leistungen im „Katalogwert“ von ca. 80€ erbracht habe. Toll gell?

Bloß nicht Patienten bestrafen, sondern die bösen Ärzte. Damit sie beim Sehen eines Patienten so finster dreinblicken, dass dieser gleich zum dritten Mal zu einem anderen Facharzt läuft.

Wieder ein Arschtritt für Deutschlands Ärzte Richtung Ausland. Sorry für den unfeinen Ausdruck, aber was Treffenderes fiel mir gerade im ersten Ärger nicht ein.

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25 responses to this post.

  1. Posted by Benedicta on 19. März 2010 at 12:25 pm

    Hmm. Dumm nur, dass man da den zweiten Arzt bestraft – der ERSTE hat doch, durch sein unfreundliches Verhalten (welches du ja, soweit ich es verstehe, auch nicht gutheißt), die Misere ausgelöst.

    Apropos „Kopf- und Gesichtsschmerz“: Zähneknirschen ist ausgeschlossen? Vielleicht braucht die junge Dame ja keinen Neurologen, sondern einen Zahnarzt… und ne Aufbissschiene.
    (Ich bin natürlich keine Medizinerin – aber die Beschwerden kommen mir irgendwie bekannt vor…)

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 19. März 2010 at 12:48 pm

      … noch dümmer, dass man oft gar nicht weiß als Arzt, bei wie vielen Neurologen die Pat. vorher schon im selben Quartal waren. Kommen ja meist ohne Vorbefunde, soll man ja nicht merken, dass sie schon woanders waren.
      Für mich die einzige Lösung: jeder Arztbesuch sollte einen kleinen Obulus kosten, der nicht so schmerzt, dass man auch bei heftigen Beschwerden nicht zum Arzt geht, aber doch so weh tut, dass man mit dieser ungebremsten Mitnahmementalität die leider auch bei EINIGEN vorherrscht, aufhört. Natürlich muss für sozial Schwache eine gewisse Befreiungsregelung gelten.
      .. zum Medizinischen: die Diagnose ist eine andere, aber Deine Idee ist deshalb nicht schlecht. Aber ich möchte hier medizinische Details aus Anonymitätsgründen nicht zu sehr preis geben.

      Antwort

      • Posted by Benedicta on 19. März 2010 at 4:31 pm

        Weißt du – ich würde dir ja recht geben… WENN ich nicht in meiner Familie schon zu viele Fälle von ärztlichem Pfusch gesehen hätte.

        Unter der Annahme dass jeder Arzt sorgfältig ist und niemals was übersieht ist dein Vorschlag praktikabel. Dummerweise gilt diese Prämisse aber eben leider nicht. Und dann hast du die Wahl – minimierst du die falsch-positiven oder die falsch-negativen? Im Klartext: willst du, dass möglichst wenig Leute wegen nichts zum Arzt gehen – oder willst du, dass möglichst wenige Krankheiten übersehen werden? Beides geht nicht. Das ist wie eine Wippe, wenn der eine Wert runtergeht, geht der andere rauf. Und wenn ich mir die moderne Screening-Medizin so anschaue, geht der Trend eben doch zu „möglichst nix übersehen“ – und das heißt eben auch automatisch, dass man unnütze Arztbesuche in Kauf nehmen muss.

        Antwort

  2. Posted by Rentner 11 on 19. März 2010 at 12:48 pm

    „Nachdem der Kollege aber – bei medizinisch völlig korrektem Vorgehen – “
    Woher weiss der Verfasser dieses?

    „wollte die Dame nun eine zweite Meinung“
    Das dürfte doch völlig legitim sein, vielleicht war der erste Kollege nicht ausagekräftig – sprich vertrauenswürdig? Soll ja auch bei Ärzten vorkommen.

    „und bin zu einem ähnlichen Ergebnis wie der Vorkollege gekommen“
    Ist unter „ähnlichen“ – „gleichem“ zu verstehen?

    „Wieder ein Arschtritt für Deutschlands Ärzte Richtung Ausland“
    Na, na, hier ist wohl die Hoffnung – Vater des Gedankens. So begehrt sind die Ärzte (mit ihrem Honararstatus) im Ausland auch nun wieder nicht – als dass ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems in Deutschland droht. Oder gibt es hierfür belegbare Fakten?

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 19. März 2010 at 12:53 pm

      Ich kann Dir gerne meine Emails weiterleiten. Jede Woche derzeit mindestens drei Angebote irgendwo in Deutschland fachärztliche Nachtdienste in Kliniken zu machen, die ihre Stellen nicht mehr besetzen können. Was jetzt schon in den Kliniken herrscht, wird spätestens in 5-10 Jahren in den Praxen herrschen: dtl. Versorgungsnot.
      Zum Vorgehen des Kollegen: als Facharzt für Neurologie trau ich mir schon zu, das korrekte Vorgehen bei o.g. Beschwerden zu beurteilen.
      Deine Ansicht, sich eine 2. Meinung holen zu dürfen, in allen Ehren. Es geht hier um die Art und Weise der Sanktionierung durch das System. Bestraft wird der Arzt und nicht der Patient, das ist doch völlig verrückt. Bekommst Du in der 2. Autowerkstätte Rabatt, wenn Du das Gefühl hast, die erste hat Dich nicht optimal bedient?

      Antwort

      • Posted by Rentner 11 on 21. März 2010 at 2:27 pm

        „Bekommst Du in der 2. Autowerkstätte Rabatt, wenn Du das Gefühl hast, die erste hat Dich nicht optimal bedient?“

        Nein, aber die Autowerkstatt hat ja auch keine garantierte Kundenzuweisung ( hier ist die ständige Akquisition erforderlich) sprich Einkommensgarantie durch Honorarvereinbarungen und KV/Kassenleistungen.

        Wenn es einigen Ärzten im System schlecht gehen solte-
        Muss also eine Solidarität Ärzte/Patienten greifen. Aber keineswegs auf dem Rücken der „Schwächsten“ – den Patienten. Die können doch den Ärzten überhaupt nicht helfen. Wer sind also die Gegner im System? Wie kann man diese treffen? Und warum sind die Verursacher bis dato unbehelligt geblieben? Was könnten die Ärzte hierbei leisten – außer den (Kassen) Patienten geschlossene Praxen zu bieten? Wo bleibt die Innovation?

        Antwort

        • Posted by Hans on 21. März 2010 at 9:04 pm

          Zur ersten Frage. Welche Anzeichen wollen Sie denn als solche akzeptieren? In meinen Augen ist das System am zusammenbrechen. Da gibt es Regionen in Deutschland, dort müssen Patienten 30-50km zum Hausarzt (!) fahren, wenn er sie denn annimmt. Da gibt es Krankenhäuser in denen außer dem Chefarzt keiner mehr richtig Deutsch sprechen kann. Das sind die Anzeichen, die jeder Patient sehen kann.
          Eine subtilere Analyse zeigt, dass das Deutsche Gesundheitssystem nur noch unter Zwang existieren kann. Das merkt der Patient nicht unmittelbar. Die Zwänge, die einen niedergelassenen Arzt an seinem Arbeitsplatz halten sind, der finanzielle Druck der aufgenommenen Kredite, das eigene Heim, die Familie der Freundeskreis, und last not least natürlich auch die Bindung an die Patienten, deren Schicksal man über Jahre verfolgt und mitbestimmt hat. Diese Zwänge erlauben es den verantwortlichen Gesundheitspolitikern vor allem die niedergelassenen Ärzte zu erpressen. Das dies so wahr ist belegen die oben genannten Fakten, denn wo dieser Druck nicht so stark ist, in den Krankenhäusern nämlich (keine Kreditbelastung, geringere Patientenbindung), fehlen die meisten deutschen Ärzte. Im ambulanten Bereich finden die Niedergelassenen keine Nachfolger, was zur immer größer werdenden Versorgungslücken führt.

          Für niedergelassene Ärzte gibt es auch keine „garantierte Kundenzuweisung“ oder „Einkommensgarantie“. Wenn man nicht arbeitet, bekommt man auch nichts bezahlt. Das gilt wie überall. Als niedergelassener Arzt hat man aber noch zusätzlich eine Nicht-Einkommensgarantie: Wenn man mehr als im Budget vorgesehen arbeitet, bekommt man auch nichts, sonder hat nur noch zusätzlich die Unkosten zu tragen. Das einzige was man fairer Weise zugeben muss ist, dass aufgrund des Rückganges ambulant tätiger Kollegen ein hohes Patientenaufkommen immer garantiert ist. Der Gesundheitspolitik sei Dank.

          Nun zur letzten Frage. Der größte Gegner in diesem System ist die von den großen Medien verbreitete Dummheit. Wir tun wie sie sehen was dagegen, und sie können das auch.

        • Posted by drgeldgier on 22. März 2010 at 12:40 pm

          „garantierte Kundenzuweisung“ und „Einkommensgarantie“ ??? Hallo, wo lebst Du denn? Beides gibt es so nicht! Wenn ich meinen Ruf durch schlechter Arbeit versaue und mir kein Hausarzt mehr Pat. schickt, dann habe ich nix, also auch kein Einkommen. Ich habe aber eine eindeutige Einkommensbegrenzung. Denn schon zu Quartalsbeginn bekomme ich mehr oder weniger die maximal erreichbare Honorarsumme genannt, auch wenn ich per Katalog dtl. mehr Leistung erbringe. Ich arbeite derzeit im Quartal für ca. 10-12 000€ quasi gezwungenermaßen „ehrenamtlich“. Wenn alle Kollegen Deutschlands auf einen Schlag gemeinsam dann das Stethoskop, das Skalpell oder den Reflexhammer aus der Hand legen würden, wenn das Budget voll ist, dann würde in den letzten 3 Wochen eines Quartals die medizinisch-ambulante Versorgung der Kassenpatienten komplett zusammenbrechen. Durch perfide Mechanismen und die „Humanitätsfalle“ können wir Ärzte aber eben nicht wie Piloten handeln. Eine ausgefallene Urlaubsreise ist halt doch was anderes, als eine ausgefallene Wiederbelebung, OP oder Schmerztherapie.

  3. Oh mein gott.

    Also ich muss echt sagen euer Entlohnungssystem ist echt absolut gemein.

    Das tolle daran ist:

    Bei uns ist das nicht besser!!

    In dem sinne:
    Kopf hoch!

    Gruß:

    Physioblogger

    Antwort

  4. Bin absolut deiner Meinung. Es macht überhaupt keinen Sinn, den 2. Untersucher zu bestrafen.
    Wenn es dich tröstet, in Frankreich ist es glaub ich noch schlimmer. Ich hab nicht so genau verstanden wie das dort funktioniert, aber der Arzt darf ein mal im Quartal von den gesetzlich Versicherten eine Pauschale von um die 25 Euro kassieren, und das wars dann. Ob der Patient nun ein mal kommt und innerhalb von 3 Minuten „bedient“ ist, oder ob man mit dem 10 Mal eine Stunde lang jeweils beschäftigt ist, völlig egal. Aber wie gesagt, weiß nicht ob das genau so abläuft. Könnte mir vorstellen, dass die ja trotzdem noch was von den Krankenkassen bekommen, aber kann sein, dass die Zahlung dann auch nur eine einmalige Sache bleibt pro Quartal.

    Antwort

  5. Irgendwo fehlt da die Logik … sollte man nicht lieber den Patienten „bestrafen“ als den Arzt? … Ihr habt doch die Praxisgebühr … dass man die doppelt bezahlt oder so. Das würde mehr Sinn machen.

    Antwort

  6. Wann „darf“ ein Patient eine zweite Meinung einholen? Ich meine – wann wäre das gerechtfertigt? Denn Fakt ist, dass – wenn keine Besserung der Beschwerden eintritt – ja durchaus sein könnte, dass ein Arzt an irgendwas nicht gedacht hat/übersehen hat (grade unter dem Zeitdruck den sie heutzutage haben)

    Ich hab meinen Neurologen vor Jahren gewechselt – das was der „alte“ verzapft hat – war für mich gefährlich – der jetzige hat nur die Hände über den Kopf zusammengeschlagen. Auch erlebte ich einen Gynäkologen, der meinte, er hätte nicht die Zeit mir erstmal zu erklären was er machen will – womit er dann gar nichts „machen“ durfte.

    Hingegen gehe ich nicht zweimal zum Facharzt nur weil eine Behandlung nicht gleich anspricht – ich glaube nicht dass ich Ärztehopping mache (schon allein weil jeder Arztbesuch Horror ist und für mich wichtig, dass der jeweilige meinen Hintergrund kennt) – doch das Recht auf eine 2. Meinung würde ich mir nicht nehmen lassen.

    Grade weil man heute bei vielen Ärzten nur „durchgeschleust“ wird, weil der ja auch leben muss – kann auch viel übersehen werden – und wenn ich einen entsprechenden Leidensdruck habe und mir der Arzt nicht helfen kann – suche ich nach Alternativen – auch einen anderen Arzt

    Aber ich mach das auch nie hinter dem Rücken des Arztes – und wie gesagt – der Leidensdruck muss auch entsprechend groß sein.

    Wie überall denke ich auch hier dass es nicht schwarz und weiß gibt – sondern etwas dazwischen – beide Extreme – sowohl immer 2. Meinung und nie eine – finde ich da nicht gut.

    Ich kann die 2. Meinungen die ich einholte glaub ich an einer Hand (allerhöchstens an 2) abzählen – doch die waren für mich sehr wichtig und haben mir teilweise vielleicht sogar das Leben gerettet.

    Antwort

  7. Achja – dass der 2. Arzt dann das Nachsehen hat finde ich absolut unmöglich! War mir übrigens auch neu und hat mich sehr erschreckt.

    Glaube das wissen viele Patienten auch nicht – und lässt mich schon genauer überlegen ob ich dann nicht – wenn es wieder mal nötig sein sollte – bis „zum neuen Quartal“ warten könnte mit dem Wechsel (wobei ich hoffe dass es nicht mehr nötig sein wird – eigentlich bin ich ganz gut mit Ärzten eingedeckt denen ich vertraue 🙂 )

    Antwort

  8. 2 Ärzte zu besuchen oder eben: eine Zweitmeinung einzuholen ist das eine. Aber da gibt es wirklich Patienten, die mit demselben Problem von Arzt zu Arzt gehen. Einige davon nehmen ihre Medikamente nicht richtig (nein, dann können sie auch nicht wirken), andere haben feste Vorstellungen davon, was sie gerne hätten – und klappern dann die Ärzte ab, bis einer genau das macht, was sie wollen. Das sind die Kostentreiber. Da die Ärzte zu bestrafen nützt gar nix.

    Antwort

  9. Wenn aber die „Bestrafung“ auf den Patienten geschoben wird ist auch eine Zweitmeinung nicht mehr gut möglich – und das finde ich – unter Umständen – gefährlich.

    Allerdings ist es auch nicht in Ordnung da den Arzt zu „bestrafen“ – der kann ja nun gar nichts dafür. Eigentlich dachte ich auch, dass das dadurch geregelt ist, dass nur eine Überweisung pro Facharztrichtung und Quartal ausgestellt werden kann – also zumindest die 10 Euro Praxisgebühr bezahlt werden müssen – aber ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass der 2. Arzt da weniger bekommt!

    Antwort

  10. Patienten kapieren das sicher nicht. Ich meine, wie auch. Aber ich wäre auch gefrustet, kann ich schon verstehen…

    Antwort

  11. Posted by Barbara on 23. März 2010 at 8:02 pm

    Wäre es nicht möglich, da Du offensichtlich wusstest, dass die Patientin schon bei einem anderen Arzt war, dann abzusprechen, dass Du sie diagnostizieren wirst, aber eine Rechnung über den fehlenden Betrag stellen wirst? Wenn mir die zweite Meinung so wichtig ist, würde ich auch was dafür blechen…
    Am Rande: Ich würde ja auf was psychiches tippen, aber ich arbeite auch in der Klapse.

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 24. März 2010 at 11:43 am

      Das Wissen ergab sich erst im Laufe der Untersuchung.

      Antwort

    • Posted by drgeldgier on 24. März 2010 at 1:17 pm

      „… Rechnung über den fehlenden Betrag…“ ist nicht erlaubt. Könnte sogar zu einem Verfahren gegen mich führen. Kassen-Ärzte sind nicht Freiberufler, sondern Knechte des Sozialgesetzbuches V mit dem vollen unternehmerischen Risiko (z.B. bei Krankheit, etc. …)

      Antwort

  12. Das wußte ich gar nicht. Was für eine Sauerei! O_O
    (Meine Erwartungen an das Arztsein in DE sind schon tief gewesen, werden aber stetig weiter enttäuscht, haha…) Frohe Ostern dennoch!

    Antwort

  13. Posted by Karlo on 7. April 2010 at 7:45 pm

    Sicher gehen viele Patienten zu oft zum Arzt.
    Generell aber eine 2. Meinung zu verteufeln ist Quatsch.
    Meine Freundin hatte ein GBS, der erste Arzt hat es nicht erkannt, in der Nacht kam es zu Atemlähmung und wir sind mit Blaulicht in die Klinik.
    Die Schwester meiner Freundin war mit Meningitis beim Arzt, wurde nicht erkannt, in der Nacht ist sie gestorben. Die Eltern werfen sich heute noch vor keine 2. Meinung eingeholt zu haben, obwohl sie nach dem ersten Arztbesuch ein ungutes Gefühl hatten.
    Also bitte auch einmal Verständnis für Patienten haben, die glauben sie sind sehr krank und der Arzt rafft es nicht.

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 8. April 2010 at 9:10 am

      Lieber Karlo,
      es geht doch hier nicht darum eine 2. Meinung „generell“ zu verteufeln. Es geht doch um den Schwachsinn, dass der Arzt, der den Patienten als 2.er untersucht (oft sogar ohne, dass er von der Voruntersuchung weiß) erheblich weniger bekommt, als der Voruntersuchung. Wenn Sie von Ihrer Autowerkstatt, ihrem Anwalt oder Friseur etc. eine erneute Leistung in Anspruch nehmen – warum auch immer – dann werden sie doch auch keinen Rabatt bekommen von 50%, weil sie vorher schon woanders waren, oder???

      Antwort

  14. Posted by Karlo on 8. April 2010 at 5:56 pm

    Hallo,
    Sie hatten geschrieben, dass die Patienten zu oft zum Arzt gehen, korrekt.
    Dass es böse ist, in einem Quartal zu 2 Fachärzten zu gehen. Das ist die Meinung der Krankenkassen oder vielleicht auch Ihre.
    Doch den Zusatz, dass es menschlich manchmal verständlich ist, finde ich nicht geglückt, denn es ist manchmal sogar FACHLICH unumgänglich.
    Auch Illana hat hier geschrieben, dass ihr das vielleicht schon das Leben gerettet hat.

    Zum 2. Mal in einem Quartal zu einem Facharzt ist übrigens nicht so einfach. Die Frau eines Freundes hat mit beim Radiologen diagnostiziertem Tumor 3 Monate auf einen Termin in einem Brustzentrum gewartet. Eine Bekannte hat diesen Februar bei einem Schilddrüsenspezialisten angerufen, die Aussage war erst im Januar wieder anrufen, nicht mal einen Termin in Aussicht.
    Hautarzt 8 Monate Wartezeit….
    Unsere Nachbarin bekam erst beim 3. Kardiologen einen Termin – in 7 Wochen.
    Unsere Sekretärin konnte erst beim 7. Gynäkologen einen Termin erhalten, alle anderen nehmen keine Patienten mehr.
    Und so könnte ich die Liste fortführen.

    SO aus Spaß an der Freude werden also die wenigsten Patienten einen 2. Facharzt aufsuchen.
    Und oft ist es so, dass aufgrund des Zeitmangels nicht richtig gefragt und nicht richtig untersucht wird, kein Wunder ist der Patient dann unzufrieden.
    Bei meiner Freundin hieß es bei simultan aufsteigendem Kribbeln in allen 4 Extremitäten „Ist in Ihrer FAmilie Diabetes bekannt?“ „ES könnte auch auf Alkoholmissbrauch hindeuten“. Nachdem beides verneint wurde, hat man sie mit Schmerzmitteln und Vitamin B nach Hause geschickt. Leider hilft das bei einem GBS nicht wirklich. Daher haben wir zwangsläufig in der Nacht eine 2. Meinung eingeholt. Die war einfach. Atemlähmung bei GBS.

    Ich kenne Sie nicht, nehme an Sie behandeln Ihre Patienten umsichtig. Denn oft sind in unserem System nicht die Patienten das Problem.
    Bei der Schwester meiner Frau wurde ein Verfahren gegen den Arzt eingeleitet – und dann irgendwann eingestellt. Übrig blieben Mann, Tochter mit nicht ganz 4 und Sohn mit 2 Jahren.

    Allerdings ist es in der Tat nicht richtig das dann am 2. Arzt auszulassen, der sich bemüht. Kann nachgewiesen werden, dass der 1. geschlafen hatte, so dürfte der 1. kein Geld bekommen, der 2. sollte natürlich richtig bezahlt werden.

    Antwort

  15. Posted by Doc-M on 8. April 2010 at 8:02 pm

    @ Karlo:
    Aber warum ist es denn richtig, den Arzt, der eine zweite Meinung abgibt, für eben dieses zu bestrafen?!?

    Antwort

  16. Posted by Karlo on 8. April 2010 at 10:43 pm

    Der Meinung bin ich nicht, den 2. zu bestrafen habe ich ja auch geschrieben, im letzten Absatz.
    Nach meinen Erfahrungen würde ich es mir beim 1. überlegen, wenn er wirklich ein Menschenleben gefährdet hat…

    Antwort

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