Prof. Beske: Priorisierung unumgänglich


Endlich mal einer, der ein heisses Eisen offen anpackt
Prof. Dr. Beske, Leiter des Kieler Instituts für Gesundheits-System-Forschung (IGSF) spricht bei der Vorstellung seiner neuen Studie Klartext:

Das Geld wird ausgehen
Wer die demographische Entwicklung richtig einschätzt, muss endlich auch offen zugeben, dass die Mittel der gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr ausreichen werden, um eine Versorgung ohne offene Einschränkungen, so wie so heute vorgegaukelt wird, nicht mehr ausreichen.

Ignoranz der Politik
Beske wirft der Politik vor, sie ignoriere diesen Tatbestand und weigere sich über dieses Thema auch überhaupt nur zu sprechen.Er prangert auch die Verlogenheit des aktuellen Systems an:

„Dabei ist eine implizite Rationierung, wie wir sie heute haben, die ungerechteste und unsozialste Form der Leistungseinschränkung.“

Als niedergelassener Arzt, der tagtäglich mit dieser perfiden „impliziten Rationierung“ konfrontiert ist, durch Androhung von Arzneimittelregressen   oder  Heilmittelregressen ohne klare Angaben von Grenzen der Verordnungsmengen kann ich nur sagen: Bravo Herr Beske.

Die Angst geht um – Politik zum Selbstzweck
Nur mit solchen unangenehmen Themen lassen sich keine Wählerstimmen gewinnen. Denn alle Patienten möchten ja lieber, dass der Arzt ihre Behandlung selbst zahlt, als sich mit unbequemen Zuzahlungen oder Leistungseinschränkungen auseinandersetzen  zu müssen. So bedienen sich Politiker quer durch ALLE Parteien weiterhin vollmundiger Versprechen und empören sich über jeden, der Rationierung anspricht. Leider auch unser aktueller Gesundheitsminister. Dabei sieht er wenigstens, als einer der wenigen, dass das Finanzierungssystem umgestellt werden muss. Dafür wird er von Koalitionskollegen vor allem aus Bayern wie ein Ketzer behandelt.

Politiker machen zu 99,9% Politik nur zum reinen Selbstzweck. Zum Erhalt ihrer Macht und Pfründe. Das ist die bittere Wahrheit. Für Gegenbeispiele bin ich jedem dankbar.

 

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3 responses to this post.

  1. Wieder einer, der sich mittels verbalem Harakiri aus der ersten Linie verabschiedet (verabschieden wollte). Oder sollte einem politischen Insider gelingen, was der versammelten Ärzteschaft – vertreten durch mehrere ihrer legitimen Vertreter – nicht gelang? Ich glaube nicht mehr an den Klapperstorch!

    Antwort

  2. Posted by Hans on 27. März 2010 at 8:27 am

    Ich glaube eher die Politiker der ganzen Welt schauen neidvoll auf Deutschland, wie es hier so schön gelungen ist Rationierung durchzusetzen und dabei den Schein einer umfassenden Rundumversorgung zu wahren. Das ist sicher auch der Grund, weshalb Deutsche Gesundheitspolitiker überall auf der Welt gern gesehen und wenn möglich sogar importiert werden. So hier Prof Uwe Reinhardt (http://www.youtube.com/watch?v=Hk9Mcmrqy4M), der an der Princeton University die Health Care Reform durchpeitschen sollte.

    Antwort

  3. Kennt jemand schon dieses Zitat, das Thomas Jefferson zugeschieben wird (http://www.goodreads.com/quotes/show/4056).

    Wenn ein System mächtig genug ist dir alles zu geben, was du brauchst, so ist es auch mächtig genug dir alles zu nehmen, was du hast. Wenn die Macht wächst geht die Freiheit verloren.

    Antwort

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