FAZ: Ärzte müssen heimlich rationieren


Ich lebe jeden Tag mit Rationierung
Ich habe es hier schon oft – z.T wutentbrannt – anhand von konkreten Beispielen meines Praxisalltags beschrieben:

In Deutschland gibt es längst versteckte Rationierung der Leistungen im Gesundheitswesen. Entgegen den vollmundigen Versprechungen der Politiker. Von wegen: „Jeder kriegt, was er braucht“.

Ein sehr guter Artikel der FAZ nimmt sich diesem Dilemma an.

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One response to this post.

  1. Es ist das, was ich immer wieder sage: Wenn ich auf der Straße zusammenbreche und kurz vorm übergang stehe, dann brauche ich kein Aktienpaket oder keine goldene Uhr, keine Halskette und auch keinen Bündel Bargeld in der Tasche. Was ich dann brauche, dass ist ein in akzeptabler Zeit erreichbares Krankenhaus, dass einen aufnehmen und helfen kann.

    Wie lautet es in dem FAZ-Beitrag?

    > „Wenn ein Patient in einem sehr schlechten Zustand eingeliefert wird und eine Herz-OP seine letzte Chance ist, müssen wir uns sofort entscheiden, ob wir ihn annehmen oder nicht“, sagt die Abteilungsleiterin der Herzchirurgie einer großen Klinik. Und es kommt vor, dass sie nein sagen muss, weil die Zeit oder das Geld fehlt, diese Operation zu machen.

    Sie muss aktuell „in die Kasse sehen“ und schauen, ob noch was im Budget „drin“ ist. Oder besser, sie schaut nach, ob der OP frei ist oder kurz davor und ob Ärzte verfügbar sind. Das bedeutet: Sie schaut nicht auf den Patienten, ob arm oder reich, ob jung oder alt, sie schaut nur, ob im Augenblick noch Budget „drin“ ist. Das ist normales Ressourcenmangement und keine Benachteiligung bestimmter Bevölkerungskreise oder -schichten.

    Beim Zugunglück in Eschede hatte die Hamburger Polzei das Glück, dass zeitgleich ein Ärztekonkress in Hamburg statt fand. So haben die einfach die Ärzte mit ein paar Polizeibussen auf die Unfallstelle gekarrt. Das hatte die Kliniken entlastet und die Zahl der Opfer konnte gesenkt werden.

    Die Tatsache, dass man abgewiesen werden kann von einem Krankenhaus, weil es zu voll ist, das kann man nicht leugnen. Das Risiko kann man senken – mit entsprechenden Kosten – aber es wird nie „null“ sein. Dazu müssten wir extreme Überkapazitäten vorhalten.

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