Bravo Herr Prof. Dr. Lauterbach


… ja wirklich. Ihr lest ganz richtig.

DER Dr. Geldgier, DER in so vielen Postings den „SPD-Gesundheitsexperten“ Karl Lauterbach als Rhön-Lobbyisten und Feind der niedergelassenen Ärzte  entlarvt hatte, ist heute ganz angetan von diesem Mann mit der Fliege.

Sagt er doch in einem Spiegel-Interview:
„Man sollte den Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen.“ ( Quelle)

Mehr als die Hälfte der gesetzlichen Krankenkassen bezahlen nämlich mittlerweile homöopathische Leistungen, obwohl es keine einzige Studie gibt, die eine Wirkung der Kügelchen über Placebo-Niveau auch nur ansatzweise belegt.

Warum?
Das ist ein Phänomen. Bis in höchst gebildete Bevölkerungsschichten hält sich die Mär vom „Gedächtnis des Wassers“ und der tollen und sanften Wirkung dieser „Therapie“. Die Anhänger sitzen offensichtlich auch an machtvoller politischer Position und verhinderten bisher, dass dieser Unfug nicht mehr bezahlt wird.

Millionen-Prämie, die keiner haben will
Dabei ist schon seit mehr als sieben Jahren eine Prämie von 1 Millionen Dollar für denjenigen ausgesetzt, der den wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie erbringt. Bisher aber Fehlanzeige, komisch was?

Und jetzt entdeckt der Herr Lauterbach dieses Betätigungsfeld für sich, obwohl er während 11-jähriger SPD-Regierungsbeteiligung eigentlich Zeit genug gehabt hätte, sich darum zu kümmern. Aber von der Oppositionsbank lassen sich solche Dinger viel leichter fordern, das sieht man ja bei der FDP jetzt.

 

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13 responses to this post.

  1. Genau so ist es aber. Von der Oppositionsbank pöbelt es sich eben leicht, aber wenn man die Fäden in der Hand hat, dann sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.

    Antwort

  2. Homöopathie sollte nicht von der Kasse bezahlt werden. Ich habe dazu einen Cartoon gezeichnet. http://arztwehrdich.blogspot.com/ Ein Arzt, der über Homöopathie sagt, es seien des Kaiser`s neue Kleider, der wird halt schnell zum „Schulmediziner“ abgestempelt, daher sind so viele Kollegen „tolerant“ und sagen „wer heilt hat recht“. Es bleibt aber was es immer war: Der beliebteste Placeboeffekt der Medizin.

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  3. bezieht sich das in der Regel nur auf die ärztliche Leistung (Anamnese, Untersuchung etc.), ? die ArzneiMittel muss der Patient doch sowieso selber zahlen oder?

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  4. Im allgemeinen bezahlen einige Kassen die ärztliche Leistung, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Beim Arzt, denn der muss in der Methode speziell qualifiziert sein, beim Patienten, der muss in bestimmte Sonderverträge eintreten oder in derrichtigen Kasse sein. Einige Kassen beteiligen sich an den Kosten, wenn man die Rechnung anschließend einreicht.
    Die Kügelchen selbst sind so günstig (verglichen mit vielen rezeptpflichtigen Medikamenten), dass es für den Patienten erträglich bleibt, dass die Kassen sie nicht bezahlen. Die ärztliche Leistung ist der wichtigste Wirkstoff. Wenn der Arzt selbst überzeugt ist (weil er Jahre mühsamer Lernerei investiert hat und das trägt zum Glauben bei um sich den Irrtum nicht eingestehen zu müssen) dann ist er überzeugend und der durchaus reale Placeboeffekt wirkt so gut er kann.

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  5. Posted by HiJoe on 12. Juli 2010 at 1:41 pm

    Gerade gibt es eine „Abstimmung“ über das Thema auf tagesschau.de. Resultat bisher: 64% der Befragten wollen, dass Homöopathie weiter bezahlt wird 🙂

    Was interessiert die Bevölkerung schon die Wissenschaft, und die Politik erst recht nicht.

    Auf der anderen Seite: wenn all‘ die D*pp*n, die sich homöopathisch behandeln lassen, statt dessen eine „klassische“ Behandlung bekämen, würde es dann billiger? Vielleicht muss man es ja so sehen, dass die Homöopathie (richtig eingesetzt *g*) ein probates Mittel ist, den Artbesuchsdrang einer gewissen Klientel kostengünstig abzufedern? *g*

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  6. Klar, so sehen das die Kassen. Aber es geht ja hier nicht um ein beliebiges Gut. Es geht um das Leben. Wenn wir merkantil entscheiden, dann stimmt das Argument. Wenn wir fürsorglich entscheiden,dann ist es gefährlich, dieser Schein-Medizin den gleichen Platz einzuräumen wie echter Medizin. Weil Homöopathie, anders als Spezialverfahren wie Akupunktur, den Anspruch hat das gesamte Spektrum (mindestens) der Inneren Medizin abzudecken, werden von fehlgeleiteten Patienten sinnvolle Therapien durch Homöopathie verdrängt oder verzögert. Das ist die Gefahr.

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    • Posted by HiJoe on 12. Juli 2010 at 3:21 pm

      Du hast ja vollkommen recht, es geht zudem auch ein wenig darum, den Hirnis nicht das Feld zu überlassen. Allerdings, es ist ein Kampf gegen Windmühlen, ich glaube, den kann man nicht gewinnen.

      Herrlich auch, wie die Journalisten das Thema Homöopathie unters Volk bringen. Hier mal die Erklärung von heute.de (finanziert durch unsere Fernsehgebühren), was Homöopathie ist:

      ————————————–
      „Das Prinzip der Homöopathie

      Die Homöopathie wurde um 1800 von dem deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) eingeführt. Sie geht davon aus, dass Krankheiten durch extrem niedrig dosierte Medikamente behandelt werden können, die in höherer Dosierung genau die Beschwerden der Erkrankung hervorrufen würden. Die Kunst des homöopathischen Arztes besteht im seinem Berufsverständnis darin, sich mit dem Arzneimittel, individuell ausgewählt und dosiert, in die Krankheit einzuschalten.

      Für die Homöopathie hat jede Krankheit auch einen psychischen Anteil, jeder Patient ist mit seinem Krankheitsbild einmalig. Ungefähr zwei Stunden dauert deshalb die genaue Aufnahme der Krankengeschichte und der Symptome. Dabei bedient sich der moderne Homöopath auch Techniken wie EKG, Ultraschall und Röntgen.

      Nach Meinung der meisten Mediziner hat es die Homöopathie in den 200 Jahren ihres Bestehens nicht geschafft, ihre Wirksamkeit zu beweisen. Sie ist in Deutschland dennoch beliebt.“
      ————————–

      Entschuldigt meine Ausdrucksweise, aber was für ein *d*ot*schen Geschreibsel. Alleine schon der vorletzte Satz, einfach herrlich: „Nach Meinung der meisten Mediziner…“ Hehehe, 1+1=2. Oder auch nicht. Je nach Meinung eben. Das nenne ich Qualitätsjournalismus, oder auch nicht, je nach Meinung eben.

      Ach ja, und dann kenne ich da das Kind einer Bekannten, das leidet an Quecksilbervergiftung, weil seine Vorfahren mal irgendwann mit Quecksilber in Berührung gekommen sein sollen. 🙂 Sowas wird in der Bevölkerung alles geglaubt und mit Zähnen und Klauen verteidigt.

      Mein Rat an Dr. Geldgier: Nicht auf Nervenarzt umsatteln, lieber Homöopath werden, da hat man mehr von und vor allen Dingen ein lustiges Leben!

      Antwort

  7. Posted by hajo on 12. Juli 2010 at 6:24 pm

    ich bin partout kein Globuli-Fan, aber muss man denn alles verteufeln, was man „wissenschaftlich“ nicht erfassen kann?
    Wo bleibt da die Aufklärung?
    .. und arbeien so genannte klassische Mediziner nicht mit Placebos?
    .. und werden diese (in Therapien angewendet) nicht von den Kassen bezahlt?
    Ich bitte um Aufklärung (weil ich nur ein dummer Anwender bin)
    Übrigens: gab es nicht da im klassischen Griechenland den Schierlingsbecher für/gegen unliebsame Menschen, die anderer Meinung waren? Wollen wir genau DAS?

    Antwort

  8. Wenn etwas funktioniert, also wenn es heilt, dann kann man das mit wissenschaftlichen Methoden messen. Leider, hajo sind Sie den Quackisalbies auf den Leim getappt, die uns die Vorgaben machen, wie wir sowas beurteilen sollen: entweder man ist der intolerante engstirnige, wissenschaftsgläubige kalte, gefühllos abfertigende „Schulmediziner“ oder man ist der offene, vielschichtige, freundliche Heiler, der alles erst mal akzeptiert, vorurteilslos und aufrichtig, der probiert dann wenigstens mal Homöopathie. Die Realität ist anders. In der Medizin hat ein Arzt Verantwortung für das was er tut. Wenn ein Kind mit hohem Fieber und Zeichen einer schweren bakteriellen Infektion kommt, dann wird er nicht mit homöopathischem Quatsch daherkommen, sondern zügig einige ernsthafte Entscheidungen treffen, die Eltern überzeugen, dass hier kein Spielraum für Placebos ist und eine antibiotische Behandlung und Einiges Andere tun, was eine nachweisliche Wirkung hat. Wissenschaft ist nicht böse und menschenfeindlich. Sie erlaubt Humbug von Hilfe zu trennen. Und das Unterlassen von Medikamenten ist nicht der Vorzug der Homöopathen, es ist richtig verstandene ganzheitliche Medizin. Die Titelgeschichte des aktuellen Spiegel beantwortet viele Ihrer Fragen.

    Antwort

    • Posted by hajo on 13. Juli 2010 at 9:24 am

      Kreativ(?)arzt: Sie kennen vielleicht des Spruch vom Glauben, der Berge versetzen kann (vielleicht aber auch eher nicht).
      Die Psyche ist ein „Ding“, dass die medizinische Wissenschaft genau so weit erforscht hat, wie die Geowissenschaft es mit dem Inneren unserer Erde geschafft hat: nur an der Oberfläche gekratzt.
      Das ist kein Vorwurf, nur eine Feststellung!
      Ich denke, ich hatte – so man lesen kann, was geschrieben steht (!) – doch meine Skepsis gegenüber den alternativen Heilmethoden geäussert, aber eben nur SKEPSIS!
      Jeder Alternativarzt (m/w), so er verantwortungsbewusst arbeitet, wird selbstverständlich die Notwendigkeit von konventionellen Behandlungen erkennen, nur sieht er auch die „andere Seite“, die Ihnen offenbar verschlossen ist.
      Und wenn Sie sich ausgerechnet auf Journalisten (und deren „Zuträger“) berufen, zeigt das doch, wes Geistes Kind Sie sind.

      Antwort

  9. Posted by plaboianener on 14. Juli 2010 at 3:56 pm

    GKV-Kassen abschaffen: Prävention und Präventiv-Medzin soll zukünftig nicht mehr von den Kassen bezahlt werden ? Herr Lauterbach, wenn sie es so gemeint haben, dann kann ich ihnen zustimmen !

    Brauchen wir GKV-Zangskassen für Zwangsmedizin, die Menschen vorschreiben wollen, was sie zu schlucken haben.
    Nein wir brauchen, wie in Holland nur eine Kasse für Notfall- und Klinikmedizin, aber eben auch nur mit einem Drittel des Durchschnittsbeitrags von ca. 100.-€ und nicht wie in der BRD mit 300.-€.

    Prävention und Ursachenforschung und Ursachenhinweis und Präventiv-Medizin ist Sache des gut ausgebildeten Praktikers oder Apothekers, der mit risikofreier Medizin den Leuten hilft, gesund zu bleiben.

    Mit dem Ersparten 200.- bis 500.- € pro Monat können Arbeitnehmer und Arbeigeber wichtige Investitutionen für die Zukunft noch leisten und im internationalen Konkurrenzkampf überleben.
    Freizügigkeit der europäischen Dienstleister könnte hier in der BRD den Kassen Beine machen.

    Antwort

  10. […] und zwar in einem vergleichsweise unkritischen Bereich. Ob jetzt die Homöopathie weiter von den kranken Kassen bezahlt wird oder nicht, das ist ökonomisch und medizinisch nicht besonders kritisch. Ausser bei […]

    Antwort

  11. Posted by Krankenkassenmitarbeiter on 2. August 2010 at 3:45 pm

    @plaboianener: Nur eine Krankenkasse? Betriebswirtschaftlich gesehen wäre das wahrscheinlich sinnvoll. Im Umkehrschluss würde das aber eine Menge (Zigtausende) Arbeitsplätze kosten. Diese müssten vom Arbeitsmarkt entsprechend aufgefangen werden. Hat hierfür jemand auch einen Lösungsansatz?

    Antwort

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