Deutsche saufen und Ärzte schwimmen im Geld – Fluch der Statistik


Statistiken und Medienmacht

Ärzte – alle Großverdiener

Wenn mal wieder Ärztegruppen demonstrieren, dass ihnen das Honorar um 20% oder mehr gekürzt wird, dann stellt sich irgendein schlauer Kassenheini hin, zückt eine selbstgezimmerte Statistik und behauptet: der deutsche Arzt verdiene pro Jahr im Schnitt 140 000 € oder 164 000€ oder so. Da können die schon mal verzichten. Und alle Zeitungen drucken das ab, alle Sender senden es und Deutschland denkt, was es schon immer wusste: Ärzte sind ein geldgeiles Volk, das im selben schwimmt.

Deutsche – alle alkoholkrank

Und heute lese ich: „Deutsche trinken zu viel Alkohol“ – nämlich im Schnitt 12 Liter reinen Alkohol pro Jahr (die 18-64 jährigen). Vertretbar wären nur 3 Liter warnt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Also ist allen klar: Deutsche sind ein alkoholgeiles Volk und kippen sich täglich die Birne voll.

Es ist doch so schön, dass die Welt so einfach ist.

Alles klar? Prosit!

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12 responses to this post.

  1. Du weißt ja: Alkohol verhindert Rheuma …

    Antwort

  2. Sind’s vielleicht die Alkoholiker, die aus Rache die anderen Statistiken so mißbrauchen?

    Antwort

  3. Posted by drmang on 29. Juli 2010 at 8:44 am

    Wie viel verdient denn nun ein Niedergelassener im Schnitt? Kann es sein dass beide Seiten lügen? Also weder 160.000 brutto pro Jahr aber auchnicht 2500 netto im Monat? Liegt die Wahrheit, wie immer, dazwischen? Mich würde es auch interessieren….und spätestens in 4 Jahren, wenn ich mir meine Praxis suchen werde müsssen die Zahlen auf den Tisch 😉

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 29. Juli 2010 at 10:18 am

      lieber drmang – bitte mal nachlesen über Varianz, Standardabweichung etc….
      Der Schnitt bringt Dir bei Deiner Niederlassungsplanung genausowenig, wie der Alkoholschnitt der Deutschen bei der Einschätzung meiner momentanen Fahrtauglichkeit.

      Antwort

      • Posted by drmang on 29. Juli 2010 at 11:35 am

        Danke, ich habe vor dem Medizinstudium 4 Semester BWL studiert und weiß, wie man Zahlen zu interpretieren hat…

        Trotzdem muss es einen realistischen Durchschnittswert geben und da die Niedergelassenen die von den GKV verbreiteten 160k so strikt verneinen würde mich doch interessieren, wo dieser Wert laut Ärzteschaft ca. liegt. Wie ich diesen dann zu interpretieren habe ist mir bewusst….

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        • Posted by drgeldgier on 29. Juli 2010 at 1:43 pm

          Außer dem statistischen Problem (s.o.), gibt es noch folgende Kritikpunkte:
          1) Die Kassen legen nicht dar, was die Berechnungsgrundlage ihrer Behauptung ist
          2) Die Kassen machen einen unzulässigen Angestelltenbrutto – Gewinn vor Steuern-Vergleich. Verschwiegen wird bewusst, dass Rücklagen für Praxisneuinvestitionen, vor allem aber unvorhergesehene Ereignisse (insbes. Krankheitsausfall des Praxisinhabers) gebildet werden müssen. Ausgaben, an die ein Angestellter nicht denken muss.

  4. Posted by hajo on 29. Juli 2010 at 1:58 pm

    ja, das ist halt so mit der Statistik: In einer Bahnhofshalle sitzen Zwei, der Eine isst ein gegrilltes Hähnchen der Andere eine Scheibe Brot
    .. und was macht die Statistik daraus: im Mittel essen sie ein halbes Hähnchen und eine halbe Scheibe Brot.
    ‚luja so I 😀

    Antwort

  5. Posted by hajo on 29. Juli 2010 at 2:00 pm

    meine: ‚luja sog I

    Antwort

  6. Was war ich naiv als ich aus der Klinik kam… Um zu arbeiten war dort alles vorgehalten. In meiner Praxis muss ich mir vom Kloppapier bis zum Ergometer, vom Sonogerät bis zur Putzfrau, von der Maxicomputerisierung bis zur letzten Versicherung gegen Vandalisierung nach Einbruch ALLES und jedes Butzele selbst finanzieren. An so was Edles wie Rücklagen für den Krankheitsfall hab ich noch gar nicht gedacht. DrMang Du solltest Dir mal bei mehreren abgabewilligen Kollegen den Laden als BWL-Nerd ansehen. Aus den Differenzen der abgabegierigen Loblieder auf die Praxen wirst Du die Wahrheit filtern können und schnell das Weite suchen. Wach mal auf Kumpel, bis du da in die Wildnis kommst, ist der Acker komplett ausgelutscht.

    Antwort

    • Posted by drmang on 29. Juli 2010 at 2:23 pm

      Danke für den Ratschlag! Ich denke man muss sich das Richtige raussuchen, also eben nicht die Einzelkämpferpraxis in der Pampa, sondern die moderne Gemeinschaftspraxis in einer relativ wohlhabenden Stadt, das ist es, was mir vorschwebt. Oder vielleicht auch in eine Privatpraxis einsteigen. Individualmedizin machen, Akupunktur, Osteopathie, TCM, Lifestyle, sowas schwebt mir vor.

      Ob z.B. dieser sehr verehrte Kollege sich jemals über RLVa aufgeregt hat kann sich wahrscheinlich niemand vorstellen:

      LINK von der Redaktion gestrichen

      Antwort

      • Posted by drgeldgier on 29. Juli 2010 at 3:29 pm

        Sorry Dr. Mang, aber wir wollen hier keine „Kollegen“ an den Pranger stellen oder gar noch bewerben. Jeder muss selber wissen, womit er glücklich wird. Ich denke die meisten von uns wurden eben Arzt und nicht Versicherungsmakler oder Immobilienverkäufer, weil sie Menschen helfen wollten und nicht in erster Linie als Geldquelle ansahen. Leider geht das in unserer Branche immer mehr verloren. Und der Arzt mit Helfersyndrom wird gnadenlos vom System bestraft (s. Regresse, ….)

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        • Posted by drmang on 29. Juli 2010 at 3:40 pm

          Verstehe dass der Link gelöscht wurde, aber trotzdem schade, denn bei dem Foto musste ich auch in Immobilienmakler o.ä. denken 😉

          Naja, mal sehen was die Zeit so bringt, für mich steht fest, dass ich weder vor habe für 2500 netto in eigener Praxis zu schuften noch meine Seele an den Teufel verkaufen werde um nur auf das Geld schielen….

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