Südtirol und der Alkohol


In Südtirol gestrandet

Südtirol und gerade Bozen ist bekannt für seinen leckeren Wein (v.a. St. Magdalener und Lagrein). Da ist es kein Wunder, dass auch dort viele Patienten wegen Trunkenheit ärztlich und auch im Krankenhaus behandelt werden müssen. Auf meinem Weg zu Süditaliens Nobelstränden erlitt nun mein Yacht-Anhänger aufgrund der von Euch schon vermuteten goldenen Rettungsringe einen Achsbruch, so dass ich dort hängen blieb.

Betrunkene werden zur Kasse gebeten
Ab 01.08. – so las ich es vor wenigen Tagen in einer Südtiroler Zeitung – muss nun jeder Patient, der mit 1,5 Promille oder mehr im Krankenhaus landet 200€ „Eigentbeteiligung“ für seine Behandlung bezahlen. Wenn ein Patient die Blutentnahme zur Alkoholbestimmung verweigert, so muss der Arzt entscheiden, ob „erhebliche Trunkenheit“ vorliegt. Dann sind die 200 Euronen auch fällig.

Der Arzt als „Petze“
Prinzipiell kann ich es nur unterstützen, dass hier mehr Eigenverantwortung ins Spiel kommt. Warum soll auch die Allgemeinheit für die Alkoholeskapaden des Einzelnen bezahlen? Aber vielleicht traut sich der ein oder andere den Rettungsdienst nicht mehr so schnell zu alarmieren, aus Angst vor den 200€? Und bei verweigerter Blutentnahme hat der Artz wieder mal den schwarzen Peter, den Patienten quasi zu „verpetzen“.

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9 responses to this post.

  1. Posted by hajo on 9. August 2010 at 9:01 am

    Ich bin zwar gern und oft in dieser Region, aber das wusste ich nicht
    obwohl: die Eigenverantwortung – speziell im Bereich der „Suchtkrankheiten“ – halte ich für sinnvoll.
    Und was das „Verpetzen“ durch den Arzt betrifft, meine ich, dass auch die Schweigepflicht auf den Prüfstand sollte
    .. nur, wenn ich mir die Qualität der Menschen betrachte, die derartige Änderungen beschliesen müssen, hab‘ ich doch massive Bedenken
    Ich wünsch‘ Dir trotzdem einen schönen Urlaub, vielleicht hilft es Dir ja, wenn Du an Deine Rettungsringe Helium-gefüllte Luftballone hängst 😉
    pfüat Di
    Hajo

    Antwort

  2. Die erste Alterantive wäre dass der Arzt einen Gutachter herbeiruft, der den Zustand prüft aber dann wäre der Arzt auch eine Petze. Die zweite Alternative besteht darin, dass man grundsätzlich jedem Patienten eine Blutprobe abnimmt und die untersucht und das kostet einfach zu viel Geld. Gibt es weitere Alternativen?

    Antwort

    • Posted by drgeldgier on 9. August 2010 at 2:54 pm

      Lieber Wolfgang,
      1.) ein Gutachter kostet im Vergleich zum behandelnden Arzt horrende Summen, v.a. wenn er nachts um drei oder am Wochenende kommen müsste (so einen gibt es übrigens auch nicht)
      2. ) eine Blutprobe ist prinzipiell Körperverletzung und somit zustimmungspflichtig. Es geht also nix mit „jedem Patienten eine Blutprobe“ abnehmen

      Antwort

  3. Da liegt ein Missverständnis vor. Nur der Hausarzt ist befangen und darf nicht zur „Petze“ degradiert werden. Er muss eine lebenslange Vertrauensbeziehung zum Patienten wahren. Der Klinikarzt ist austauschbar. Er darf auch brüskieren.
    Der Arzt riecht Alkoholfahne.
    Der Arzt fragt: Sie haben getrunken und ich benötige eine Blutabnahme deswegen. wenn Sie sich weigern, müssen wir von einem Blutalkoholwert von über 1,5 Promille ausgehen und sie müssen 200.- bezahlen, wenn wir im Blut weniger feststellen, könnten Sie das Geld sparen. Was wünschen Sie?

    Antwort

    • Posted by hajo on 9. August 2010 at 4:27 pm

      Das auf diese Art erreichte Ergebnis würde doch wieder von unseren „aber“-Sagern in Frage gestellt und als Erpressung dargelegt. Leider steht der Täterschutz in unserer ach so rechtsstaatlich ausgerichteten Republik im Vordergrund. 😦

      Antwort

  4. Posted by Björn R. on 9. August 2010 at 4:24 pm

    Absolut dafür das bei uns einzuführen. Dann ist es den meisten Eltern auch nicht mehr egal wenn ihre Kids Komasaufen veranstalten. Bzw schön das Harz 4 gekürzt wird. Ich will nicht für die Alkleichen zahlen, meine Beiträge bitte für wirklich kranke.

    Antwort

  5. recht so. 200 Euro reichen noch gar nicht. 2000 müssten es sein.

    Antwort

  6. Klar, die ABER-Sager und Täterschützer e.V. würden wegen Erpressung aufjaulen. Ist aber durchdrückbar. Die Bullerei Polizei macht auch nichts anderes, wenn sie dem V.U.-Alki in der Notaufnahme sagt, er kann seine Blutprobe freiwillig hergeben „oder wir wenden jetzt körperliche Gewalt an“ .

    Antwort

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