Archive for the ‘Ärztehatz’ Category

Die FDP- und Ärztehatz geht weiter … diesmal ARD mit Plasberg

Nach der Wahl ist vor den Wahlen
Nach etwas ruhigeren Monaten geht es ja jetzt wieder auf die nächsten Wahlen, nämlich die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen zu. Deshalb wird der Ton wieder härter und da passt es gut, dass unser kompetenter Herr Plassberg wieder mal vom Leder zieht –  „Hart aber fair“ versteht sich.

Schon jetzt kann man in der Ankündigung der morgigen Sendung lesen:

„Alle kassieren immer mehr für die Gesundheit: Pharmafirmen, Ärzte und jetzt auch noch die Krankenkassen! Draufzahlen muss aber nur einer: Der Bürger! Auf wessen Seite steht die neue Regierung eigentlich? …“

Wir bösen Ärzte kassieren für die Gesundheit immer mehr? Hallo, Herr Plasberg? Zu uns kommen kranke Menschen. Die bekommen eine Leistung in Form einer Diagnosestellung und möglichst adäquaten Behandlung. In den 5 Jahren seitdem ich niedergelassen bin, bekomme ich pro Patient immer WENIGER, NICHT MEHR Herr Plasberg, bezahlt. Ich „kassiere“ gar nix vom Patienten, sondern bekomme, wenn ich Glück habe nach 6-12 Monaten scheibchenweise Geld von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Und ist es unlauter, für seine Arbeit, für die man mindestens 6 Jahre erfolgreich – ja erfolgreich Herr Plasberg; nicht so wie Sie: nach 17 Semestern Studium auf Staatskosten abbrechen – und mindestens 5 Jahre Ausbildung im Krankenhaus investiert hat, eine Bezahlung zu bekommen?

Der Titel der Sendung lautet: „Dammbruch bei den Kassenkosten“

Dammbruch? Hallo? Es geht um maximal 8€, in Worten A C H T   E U R O, pro Versicherten im Monat. Das sind nicht einmal 2 Schachteln Zigaretten oder 3 Bier in der Kneipe? Dammbruch klingt nach unkontrollierter Überschwemmung, Katastrophe, …
Auch Monsterdoc titelt von den „Bösen Krankenkassen„.

Übrigens eine Erhöhung, deren Rechtsgrundlage noch die alte Regierung geschaffen hat.

Und dann noch die tolle Gästeliste:
Einziger Arzt in der Runde ist Dr. Montgomery, aktuell Vizepräsident der Bundesärztekammer, vorher jahrlang leitend im Marburger Bund (so ein bißchen wie die Gewerkschaft für Krankenhausärzte), also kein wirklich ärztlich Tätiger.

Und natürlich unser geliebter Professor mit der Fliege (Lauterbach), der natürlich so tun wird, als wäre Herr Bahr mit der FDP an den Zusatzbeiträgen der Kassen schuld, weil der Herr Bahr damals ja, als schwarz-rot dies beschlossen irgendwie schon fast in der Regierung saß. Alles klar?

Und Frau Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Dieser Spitzenverband wurde neu gegründet und sollte eigentlich Einsparungen bringen. Das Gegenteil war der Fall: die Verwaltungskosten pro Versicherten stiegen beispielsweise bei der TechnikerKK von 3,05€  auf 3,70€, das sind immerhin 0,65€ oder gut 20% !!!

Würde mich noch interessieren, was Studienabbrecher Plasberg so pro Sendung „kassiert“.

Es ist Karneval in Deutschland – da regieren bekanntlich die Narren – bei der ARD scheinbar auch.

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Ernüchterung 1: Klarheit über Gesundheitsreform erst Mitte 2010

Nachdenklich beim Weihnachtseinkauf
Ja, mitten im Advent, knapp 6 Tage vor der Bescherung, mal wieder was Weltliches. Aber wenn man gerade beim Geld-Ausgeben (sprich Geschenke-Kaufen) ist, dann kommt man auch ins Grübeln, wo das Geld denn im nächsten Jahr herkommen soll.

Die Regierung im Schneckentempo – Angst vor unbequemen Entscheidungen?
Gestern gab nun das Bundesgesundheitsministerium bekannt, dass erst Mitte 2010 „Klarheit über die Gesundheitsreform“ herrschen soll. Ein Schelm wer dabei an die Landtagswahl in NRW im Mai denkt.

Unsicherheit ohne Ende – Praxen im Blindflug
Diese Meldung ist für alle niedergelassenen Ärzte, die seit nunmehr einem Jahr in ihrer Praxisplanung völlig in der Luft hängen ein Schlag ins Gesicht. Letztlich gibt das Ministerium damit zu, dass es insgesamt fast ein Jahr nach dem Regierungswechsel dauern soll, bis ein Konzept steht. Die Umsetzung soll dann ja erst 2011 „greifen“.

Sollte sich daran nichts mehr ändern, wird dies im Jahr 2010 für viele Praxen der wirtschaftliche Ruin bedeuten. Denn in 2010 wird es keine Konvergenzregelung (zur Verlustbegrenzung) mehr geben, deren Umsetzung schon für 2009 weiterhin unklar ist.

Zur Erinnerung: Deutschlands Ärtze wissen bis heute nicht definitiv, was sie für die Versorgung der Kassenpatienten in den Monaten April bis Juni 2009 überhaupt bekommen werden. Von den darauffolgenden Quartalen ganz zu schweigen. Wie soll man in diesem betriebswirtschaftlichen Blindflug überhaupt Personal- und Investitionsplanung machen, wie es jedes basale Qualitätsmanagement vorschreibt?

Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Anwälte
Es ist ein völliger Wahnsinn, in dem wir hier ins neue Jahr 2010 treiben. Ich habe allein in diesem Jahr über 1000 € an Anwaltskosten ausgegeben, um gegen die KV zu klagen und meine Rechte zu wahren. Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben Millionen an Mehrausgaben aufgrund tausender von Widersprüchen.

Und da möchte sich die neue Regierung und allen voran Dr. Rösler noch 7 Monate Zeit lassen, bis er einen Plan hat???

Die Ärztevertreibung geht unvermindert weiter
Für mich wird das zwischen den Jahren  bedeuten: doch wieder daran zu denken, die Fühler ins Ausland auszustrecken, solange es noch nicht alle tun!

 Ähnliche Artikel:
Rösler – mutig sieht anders aus

Post von der KV Bayern – es sieht schlecht aus

Na will denn keiner mehr Millionär werden?

Alternative Medizin 1 oder Plan S(chweiz)

 

 

Zank zwischen KV und Kassen zerstört jegliche Planungssicherheit

Lächerliche und unnötige Ärzteproteste
Immer wieder beschwor die Ex-Bundesgesundheitsministerin die erhöhte „Planungssicherheit“ für Ärzte durch die neue Gesundheitsreform, die ab 01.01.09 in Kraft trat.  Die Proteste der Ärzteschaft Anfang des Jahres wurden als Zeichen der Raffgier und Panikmache diskreditiert.

Wie sieht es nun gegen Ende des Jahres konkret aus?

Ich kann es Euch für mich persönlich schlicht und ergreifend nicht sagen!!!

Aus einem aktuellen Rundschreiben der KV vom 13.11.09 gehen folgende Fakten hervor:

1) Die Restzahlung (oder auch Rückzahlung) für das 1. Quartal 2009 (also für die von Januar bis März behandelten Kassenpatienten) erhalten wir Ende Februar 2010 (fast 1 Jahr danach!) – bisher erhielten wir diese normalerweise Ende Juni – entspricht einer Verzögerung von 8 Monaten.

2) Den Honorarbescheid 1-2009 werden wir voraussichtlich dann Mitte März 2010 erhalten

3) Alle Honorarzuweisung und -bescheide sind absolut VORLÄUFIG: Kassen und KV streiten sich noch darüber, wie mit dem Geld verfahren werden soll, das bestimmte Artzgruppen (wie beispielsweise Bayerns Hausärzte) durch direkte „Selektivverträge“ mit bestimmten Kassen bekommen müssen. Soll es nur diesen Hausärzten abgezogen werden oder allen Ärzten ? Sprich: Fachärzte zahlen dann die Hausärzte.

Insbesondere Punkt 3 bedeutet – so hat es mir auch gestern meine Anwältin ausgedeutscht: im Jahr 2010 werden erhebliche Rückforderungen aus 2009 auf mich zukommen.

4) In Bayern werden viele Fachärzte in den Quartalen 2,3 und 4 mit Verlusten von -15% gegenüber 2008 rechnen müssen. Die von Bayerns Gesundheitsminister Söder vollmundig versprochene Regelung, die auch von der KV Bayerns noch im Juli 2009 großspurig kolportiert wurde („kein Arzt verliert mehr als 5%“) ist Schnee von gestern, eben von vor der Wahl.

Von Planungssicherheit kann keine Rede sein. Es herrscht komplettes Chaos. Du kannst Dich über schon überwiesenes Geld gar nicht freuen, denn es gehört Dir eigentlich noch nicht. Die Situation ist momentan pervers. Blöd nur, dass die Wahlen schon waren. Dieses Chaos interessiert nun kein Schwein mehr.

Der AOK-Wahnsinn geht weiter

Die Kassenlobby macht Druck auf die Koalitionsverhandlungen der neuen Regierung.

Der stellvertretende AOK-Bundesvorsitzende Graalmann fordert, einen „Kostenkorridor“.
Konkret sollten die Ausgaben für die „Leistungserbringer“ (Krankenhäuser, Ärzte, Arzthelferinnen, Krankenschwestern, Pfleger, Physiotherapeuten) an das Wirtschaftswachstum gekoppelt werden. Selbstverständlich bei weiterhin für den Patienten scheinbar unbegrenzter Leistungserbringung.

Das bedeutet:
 ist das Wirtschaftswachstum negativ, erhalten Krankenhäuser, Ärzte etc. … auch weniger als im Vorjahr. Wohlgemerkt bei unveränderter Leistung, denn Krankheiten, deren Verlauf und Auftreten und schon gleich nicht deren Behandlung richten sich ja nicht nach dem Wirtschaftswachstum. 
Wenn also in einer Wirtschaftskrise beispielsweise  eine Grippeepidemie kommt, dann dürfen Krankenhäuser, Ärzte etc. doppelt soviel arbeiten für weniger Geld.

Schöner hätte der AOK-Mann die Perversion des aktuelle Systems nicht auf den Punkt bringen können. Die AOK bekommt aber mehr Geld, je kränker die Patienten sind, nämlich aus dem Gesundheitsfonds. Eleganterweise liegt aber mit einer pauschalisierten Vergütung der Leistungserbringer das Risiko ausschließlich bei diesen. Egal wie krank ihre Versicherten sind –  Die AOK zahlt denselben Betrag an die Leistungserbringer. 

Ich werde heute mal mit meinen Angestellten und meinem Vermieter darüber reden, ob es möglich wäre, auch die Miete und das Gehalt meiner Arzthelferinnen so „flexibel“ auszugestalten. Die werden mir den Voge zeigen. Sind das nicht Spielverderber?

Graalmann sprach aber nicht davon, dass die Gehälter seiner Angestellten und sein eigenes 6-stelliges Gehalt diesen Schwankungen unterliegen sollen.

Die AOK-Patenschaften der Vorstände – nichts anderes als Pseudonebenjobs um sich auf Kosten der Versicherten weiter zu bereichern, werden wohl auch nicht wachstumorientiert bezahlt werden.

Vorsicht vor den braunhaarigen Bart-Brillenträgern!!!

Deutschland im September 2009 – in der 3000-Seelengemeinde Schlichthausen (Name von der Redaktion geändert) wurde die örtliche Filiale einer Bank ausgeraubt. Die Täter erbeuteten 5000 €.

Den Aufnahmen der Überwachungskamera ist (übereinstimmend mit Zeugenaussagen) zu entnehmen, dass beide (!) Täter einen Oberlippenbart, dunkelbraunes Haar und eine Brille trugen. Polizei und Geheimdienst leiteten umgehend eine Großfahndung ein. Aufgrund der nationalen Bedeutung der Angelegenheit berichten sämtliche Medien, Zeitungen, Funk und Fernsehen von der Gefährdung durch braunhaarige Bart-Brillenträger. Der (noch) regierende Innenminister verlangt öffentlich endlich eine Kontrolle für sämtliche braunhaarige Bartträger mit Brille einzuführen. Die Banken fordern prophylaktisch sämtliche braunhaarigen Bart-Brillenträger durch die elektronische Fußfessel überwachen zu lassen, denn es sei ganz klar, dass braunhaarige Bart-Brillenträger grundsätzlich potentielle Bankräuber seien. Wie aus dem Bundesgesundheitsministerium zu erfahren war, handelt es sich bei dem aktuellen Fall sicher nur um die Spitze des Eisbergs denn logischerweise seien eigentlich alle braunhaarigen Bart-Brillenträger verkappte Bankräuber.

Die große deutsche Boulevard-Zeitung „BLÖD“ zitiert einen bekennenden braunhaarigen Brillen-Bart-Bankräuber, der sich vermummt dem Interview stellt: „Wir sind alle so! Am schlimmsten sind die mit Nickelbrille!“ Die Überschrift auf Seite 1: „Die braune Gefahr“.

Gleichzeitig sinken die Umfragewerte für die „Haut-die-große-Koalition-wech“-Partei auf unterirdische Werte. Deren Spitzenkandidat Norbert Nörgel (Name von der Redaktion geändert) ist ein smarter Mitt-Vierziger mit schütterem braunen Haar und einer Nickelbrille. Und sicherlich Bankräuber – logisch oder? Er hatte zuvor dank seines soliden Parteiprogrammes Umfragewerte von bis zu 18% erreicht und wird nun wohl bei den Wahlen Ende September chancenlos sein.

Zutiefst frustriert von dieser Hetzkampagne gegen ihn – er hat in seinem Leben noch nicht mal einen Cent gestohlen – denkt Norbert N. sogar daran sich das Leben zu nehmen.

Er sucht Hilfe bei seinem Hausarzt. Dieser rät ihm dringend dazu, sich in einer Fachklinik psychiatrisch behandeln zu lassen. Da Norbert N. jedoch aus den Medien weiß, dass alle Ärzte nur in Kliniken einweisen, um selbst fette Prämien zu kassieren, lehnt er dies ab.

An einem sonnigen Spätsommertag stürzt sich Norbert N. zusammen mit drei braunhaarigen-Bart-Brille-Bankräubern und zwei Hausärzten von der nahe Schlichthausen gelegenen Eisenbahnbrücke.

Die Beerdigung von Norbert N. und der freien Berichterstattung in deutschen Medien findet am 27.09. statt.

Bestechlich, unersättlich, …

… hätt‘ ich mal lieber heute nicht die Emails gecheckt und Nachrichten hier in Deutschland gehört, bevor ich morgen wieder ins Ausland verschwinde.

Der Wahlkampf tritt in die heisse Phase und damit die Ärzte möglichst unglaubwürdig erscheinen wird schnell wieder ein Bestechungsskandal ausgegraben.

Mein Gott, … es langweilt.

Passend zum Beschuss ein aktuelles Urlaubsfoto von der Urlaubsinsel:

 Geschütz

Wer jetzt errät, wo ich war, ist ein Super-Experte. Bis nächste Woche dann.

Sind alle SPD-Kritiker gleich rechtsradikal?

Seit gut 5 Wochen „belästigen“ wir Ärzte unsere Patienten mit Plakaten, die Ross und Reiter, sprich die Verantwortlichen für die Misere durch die aktuelle „Gesundheitsreform“ (v.a. den Gesundheitsfonds), nennen (s. auch SpiegelOnline-Artikel).

Speziell die Plakate die Ulla Schmidt und Karl Lauterbach zeigen sind ein „Renner“. Das Echo der Mehrheit der Patienten ist äußerst positiv und verständnisvoll. Heute erntete ich aber auch offene Kritik eines SPD-Parteigenossen. Dies führte zu einer – so hoffe ich – für beide Seiten fruchtbaren und sachlichen Diskussion. Er wird mein Patient bleiben.
Ich hätte mein Wartezimmer auch lieber wieder voller Lesezirkel-Schrott, aber besondere Zeiten zwingen zu besonderen Maßnahmen.

Was die SPD in Kreuzau nahe Düren (NRW) jedoch nun in einem auch online veröffentlichen Brief an ein Kollegen-Ehepaar vor Ort von sich gibt, ist jedoch fast unfassbar. Wörtlich steht da:

„…seit Monaten dekorieren Sie die Fenster Ihrer Praxis mit diskriminierenden Plakaten gegen die SPD. Sie fordern die Leser dieser Pamphlete dazu auf alles zu wählen, also auch NPD oder sonstige Extremisten, aber nur nicht die SPD.“

und weiter:
„Am 29. August, also einen Tag vor der Kommunalwahl, hat die NPD von 8:00 bis 20:00 Uhr einen Info-Stand. Dort werden solche Plakate immer wieder gerne genommen. Vielleicht haben Sie ja noch ein paar übrig.“

Die SPD Kreuzau unterstellt ihren Kritikern, konkret einem unbescholtenen Ärzteehepaar, eine Nähe zur NPD, die nicht nur völlig aus der Luft gegriffen ist, sondern schon offiziell dementiert wurde.
Die Initiatoren der Aktion 15 hatten sich schon am 23.07.2009 in einer offiziellen Pressemeldung  dezidiert von der NPD distanziert und der Partei jegliche Übernahme des Plakatmaterials untersagt.

Ärzten, die diese Aktion 15 unterstützen, nun öffentlich eine Nazi-Nähe zu unterstellen ist unterste Schublade. Auch die Aussicht auf eine (hoffentlich) verheerende Niederlage dieser Partei am 27.09.09 rechtfertigt diese Propagandamittel nicht.