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Medizinische Randnotizen

Was haben Blasentees, pflanzliche Potenzmittel, Treppenlifter und Telefonsex gemeinsam?

Die Werbefläche !

Kennt Ihr das nicht auch? Einmal pro Woche liegt doch den meisten Tageszeitungen ein Fernsehmagazin bei. Und die Ärmsten müssen sich halt auch irgendwie finanziell über Wasser halten. Nur scheint man sich bei der Zielgruppe nicht ganz einig zu sein. Einerseits Treppenlifte über Treppenlifte, Badelifte, Elektrorollstühle , sowie allerlei Inkontinenzhilfen. Direkt daneben wieder die Rubrik „Telefonservice“ mit Angeboten wie „Süße Studentin gibt Dir Tinte auf den Füller“, „Strenge Erziehung“…
Das einzig verbindende Element bilden da noch die „Verdorbene Rentnerin“ und die „Hausfrau 50+“. Ob man da mit dem Treppenlift vorgefahren wird?

Leider gibt es solche Anzeigen auch im Lokalblatt meiner Praxisregion. Da steht dann schon mal meine „Praxisschließung wegen Urlaub“-Anzeige zwischen Parkplatzsex und erotischen Massagen mit Hausbesuch.

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Soziale Kälte und soziale Gerechtigkeit

Viele befürchten nun unter schwarz-gelb „soziale Kälte“. Ich habe mir lange überlegt, was denn eigentlich soziale Kälte sein soll. Das Gegenteil von sozialer Gerechtigkeit?  Und was ist das bitte?

Da wurde ich heute von einer Kollegin auf einen Artikel der „Welt“ aufmerksam gemacht. Hier nimmt Boris Becker (ja „unser Boris“, der ja bisher nicht gerade durch politische Kommentare auffällig wurde)  Stellung zum Wahlkampfslogan der Linken „Reichtum für alle“.

Bei allen Vorbehalten, Fehltritten und seltsamen Werbeauftritten von Herrn Becker in der Vergangenheit. Ich finde dieses Statement beeindruckend. Leider haben die Linken dennoch viel zu viele Stimmen ergattert.

Ich bekenne: ich mache Zweiklassenmedizin

Zweiklassenmedizin original aus meiner Praxis:

Patient 1: Markus K.*: 54 J., privatversichert
Patient 2: Ludwig L.*: 43 J., gesetzlich versichert

Diagnose bei beiden: CLUSTERKOPFSCHMERZ
Das ist eine seltenere Kopfschmerzerkrankung, die hauptsächlich Männer jüngeren Alters betrifft. Dabei kommt es zu oft nachts einsetzenden, heftigen einseitig-bohrenden Kopfschmerzen meist hinter dem Auge, begleitet von Gesichtsrötung, Tränen-/Nasenfluss, Bewegungsunruhe. Die Attacken dauern zwischen 30 und 180min, allerdings können mehrere Attacken pro Tag auftreten. Typischerweise kommt es zu Phasen mit praktisch täglichen Attacken über einige Wochen (engl. „cluster“ = Haufen), untrebrochen von oft mehrmonatigen anfallsfreien Intervallen. Bei der chron. Form gibt es diese kopfschmerzfreien Intervalle leider nicht mehr.

Der Privatpatient: Schlimmer Verlauf – gute Behandlung:
Markus K.
ist seit fast 5 Jahren mein Patient. Anfangs war seine Erkrankung nicht richtig erkannt worden (kommt oft vor, weil sie selten ist und selbst mancher Neurologe sie nicht kennt). Die Attacken werden erfolgreich mit einem sehr teuren Migränemittel, das innerhalb von 10-15min wirkt, behandelt. Zur Vorbeugung wurde Verapamil verordnet, eine Substanz aus der Kardiologie, die bewiesen hat, dass sie bei Clusterkopfschmerz gut hilft und deshalb auch in den wissenschaftlichen Leitlinien als Mittel der ersten Wahl genannt wird. Herr K. spricht auf übliche Dosen nur schlecht an. Erst auf sehr hohe Dosen (das 5-fache der üblichen) werden die Attacken seltener, aber verschwinden nicht. Herr K. hat leider die schwere chronische Form. Durch Akupunktur kann in Phasen von mehrmals täglich auftretenden Attacken Linderung erreicht werden. In Kooperation mit der Kopfschmerzambulanz einer Uni-Klinik wird dann zusätzlich zu Verapamil mit Botulinum-Toxin-Injektionen begkonnen. Hierunter wird erfreuliche Stabilität erreicht. In 3-monatigen Abständen erhält Markus K. seine Injektionen, die von der Privatversicherung (das Med. kostet pro Injektion allein ca. 250€) genehmigt wurden.
Seit gut 3 Jahren ist die Krankheit bei Herrn K. „im Griff“. Dank Verapamil und Botulinumtoxin, unterstützt durch Akupunktur und manchmal auch Krankengymanstik kommt es nur selten zu Schmerzattacken. Herr K. macht regelmäßig Urlaub in fernen Ländern, trotz seiner Erkrankung. Er hat das Glück privat versichert zu sein als Beamter.

Der „Kassenpatient“: die Katastrophe
Ludwig L. hat schon seit 10 J. Clusterkopfschmerzen. Er „lief“ jahrlang unter Migräne und „psychisch“ und stellte die Diagnose schließlich vor 3 Jahren selbst anhand von Internet-Recherchen. Die Migräne-Mittel (Triptane), die die Attacken lindern würden, wurden nicht verordnet, weil die Krankenkasse bei fehlender Zulassung die Kostenübernahme verweigerte. Im Internet las Ludwig L., dass in Attackenphasen Kortison sehr gut helfe (das stimmt auch), so dass er sich immer wieder dieses besorgte und zum Teil (nicht lege artis) über Wochen selbst verabreichte. Gott sei Dank hat Herr L. immer wieder längere kopfschmerzfreie Phasen. Als er zu mir kam, war eines der Migränemittel mittlerweile glücklicherweise schon für Cluster-Attacken zugelassen, so dass ich es ihm verordnen konnte (auch wenn ich bei zu häufiger Verordnung riskiere in „Regress“ genommen zu werden – sprich: das Medikament selbst bezahlen muss). Zur Prophylaxe begann ich mit Verapamil wie bei Markus K. auch. Es half relativ rasch super. Aber seine Krankenkasse verweigerte die Kostenübernahme, da das Mittel für Cluster-Kopfschmerzen nicht zugelassen sei und die Erkrankung „nicht lebensbedrohlich“ sei. Trotz mehrfacher Schreiben meinerseits kein Einlenken der Kasse, obwohl die Monatstherapie ca. 30€ kostet. Herr L. war daraufhin 2 Jahre nicht mehr in meiner Praxis erschienen. Aus Kostengründen hatte er es hingenommen, mehrmals pro Jahr schwerste Kopfschmerzphasen zu haben, bei denen er zum Teil auch an Selbstmord dachte. Er hat sich immer wieder mit Kortison selbst behandelt. Als er wieder kam, war er ca. 15 Kilo schwerer und klagte schon über chronische Magenschmerzen. Er bezahlt sich nun Verapamil selbst, Akupunktur kann er sich zusätzlich nicht leisten, Botulinumtoxin schon gleich gar nicht.

Ja, wir machen Zweiklassenmedizin, aber gezwungenermaßen !!!

Die hoffentlich-nur-noch-wenige-Tage-Bundesgesundheits-ministerin wirft uns Ärzten immer wieder vor,  Zweiklassenmedizin zu betreiben und führt die längeren Wartezeiten auf einen Termin zum Beweis an. Sowohl Herr L., als auch Herr K. erhalten in meiner Praxis bei akuten Schmerzen jederzeit sofort einen Termin. Die wirkliche Zweiklassenmedizin (s.o.) ist doch durch unsinnige Gesetze  mit Budgetierungen, Eingriffen in die Therapiefreiheit des Arztes etc.  politisch so gewollt. Durch Einführung der Bürgerversicherung möchte die SPD nun die  Zerstörung der privaten Krankenversicherung vorantreiben.

Die SPD möchte also, dass nicht alle gleich gut, sondern alle gleich schlecht behandelt werden!
Dann wird Herr K. genauso wie Herr L. sein Verapamil selbst bezahlen müsssen und auch auf Botulinumtoxin, Akupunktur etc. verzichten müssen.
Da er die chronische Form der Erkrankung hat, wird es ihm vielleicht dann ergehen, wie es früher, vor Einführung wirksamer Schmerzmittel, vielen Clusterkopfschmerzpatienten erging: sie brachten sich um.

Die Diskussion um Wartezeiten auf Termine geht am Problem komplett vorbei.

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*Namen von der Redaktion geändert

Was ist ein Leben wert?

Was ist ein Leben wert?

Natürlich läßt sich dies nicht bestimmen, hängt ja auch davon ab, wie man sich gerade fühlt. Aber was ist es denn Eurer Kasse wert? Nehmen wir doch den extremsten Fall: die notfallmäßige Wiederbelebung bei Herz-Kreislaufstillstand:

Gebührenziffer 01220 (= Reanimation, incl. Intubation, Beatmung, Herzdruckmassage, Infusionen, Punktionen, Magensonde, …):

2905 Punkte (à 3,5001 Cent)   = 101,68€

Bonus gibt es bei Luftröhrenschnitt (manchmal nötig, meist eklige Sache so auf der Straße):
575 Punkte = 20,13€

Kleiner Vergleich:
beim Friseur zahle ich letztens 22 € und die Erstberatung beim Anwalt bezüglich meiner Unterhaltsverpflichtung (45 min) kostete mich schlappe 200 €.

Klar werde ich jetzt wieder Kommentare hören, dass Reanimation ja wohl Ehrensache sei. Aber ich denke die Vorstellungen, was so ein Notarzt damit verdient und die Realität liegen doch deutlich auseinander.

Drum geh ich heute mal wieder bei den Kollegen schmarotzen:

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Alltag – Du hast mich wieder

Nach zwei Wochen Abstand nun heute wieder grauer Alltag, begleitet von grau-grauem Wetter mit Dauerregen.

Dazu dann noch die Post von der Kassenärztlichen Vereinigung: Darin wird erklärt, dass die Abrechnung für unser „Honorar“ des 1. Quartals 2009 zwar im Prinzip fertig sei und deshalb eventuelle Nachzahlungen erfolgt seien. Gleichzeitig wird jedoch darauf hingewiesen, dass sich das Schiedsamt am 09.09.09 nicht entscheiden konnte, ob diese Abrechnungen im Nachhinein nicht noch „bereinigt“ werden könnten. Konkret heisst das, dass wir Ärzte damit rechnen müssen in Folge einer „Bereinigung“ (klingt fast nach Endlösung) wieder Geld zurück zahlen zu müssen. Das Schiedsamt wird hierzu nicht vor Ende September entscheiden. Komisch, dass dann die Wahl gelaufen ist, nicht wahr?

Da hab ich wieder Ulla Schmidts Lobgesang auf ihre Gesundheitsreform im Ohr, durch die die Ärzte endlich auf Euro und Cent schon am Tag der Erbringung der Leistung wüßten, was sie verdienten.

Hallo??? Ich weiß Ende September noch nicht, was ich im Januar 09 verdient habe und ob ich das Geld, das mir die KV in 5 Chargen bisher überwiesen hat, überhaupt behalten darf. DANKE, DANKE liebe Ulla!

Der Erholungseffekt der letzten beiden Wochen ist schon am ersten Abend passè, aber nicht durch die 12 Stunden Arbeit sondern durch die verlogene Politik.

Olympiastadion – zurück in der Wirklichkeit

Nach einer fast sorgenfreien 2-wöchigen Urlaubspause wurde ich gestern auf der Protestveranstaltung von Renate Hartwig leider wieder knallhart in die Realität zurückgeholt.

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Erstaunlich und erfreulich der relativ neutrale und lange Bericht in der Tagesschau hierüber. Im letzten Jahr wurde eine ähnliche Veranstaltung praktisch totgeschwiegen.

So sieht es aus im kranken Deutschland – IHR habt die Wahl!

Nachdem ich mich immer noch faul im Urlaub ausruhe, erlaube ich mir hier einen Kommentar eines Kollegen als neuen Artikel einzustellen. Er hat es nicht verdient in den Kommentaren unter zu gehen. Auch wenn der Artikel etwas lang ist, empfehle ich ihn unbedingt zu lesen:

Aktuelle Probleme der Gesundheitspolitik 
(Dr. Rottach, Kaufbeuren)
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Von Ulla Schmidt und ihrem Bundesgesundheitsministerium ist erklärtermaßen die Zerstörung der ambulanten Facharztversorgung geplant. Dabei scheinen v.a. ideologische Gründe eine Rolle zu spielen.

Folgen für die Bürger:
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Massive Verschlechterung der Versorgung. Zahlreiche Erkrankungen können von den Hausärzten (sogar im Falle guter Kompetenz) nicht behandelt werden. Beispiele: Sehstörungen, Epilepsie, Schizophrenie, Harnverhalt, chirurgische Aufgaben, kritische Infektionen, Krebsleiden, Hörverlust..
Die Verlagerung der Facharztversorgung an die Kliniken und deren Privatisierung führt dazu, dass
ein erheblicher Teil der Versicherungsbeiträge für privatwirtschaftliche Gewinne abfließt
die Effektivität gegenüber der Versorgung durch freie Ärzte drastisch sinkt, Wartelisten entstehen u. die Versorgung deutlich schlechter, aber keineswegs preiswerter wird.

Folgen für den Arbeitsmarkt
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Allein in Bayern gibt es 40.000 Arzthelferinnen in Fachartzpraxen. Diese würden bei der Vernichtung der Facharztpraxen größtenteils ohne weitere Perspektive arbeitslos. Zum Vergleich: Opel hat deutschlandweit 25.000 Beschäftigte.

Folgen für den Staat:
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Freiberufliche Fachärzte zahlen > 30 % ihres Praxisgewinns an Steuern. Dies ist erhebliche Summe. Im Gegensatz dazu werden Gesundheitskonzerne stets nur marginale zu versteuernde Gewinne aufweisen. Es kommt zu massiven Steuerausfällen. Zunahme der Arbeitslosigkeit.

Hintergründe:
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Seit 8 Jahren uneingeschränkte Dominanz von Ulla Schmidt & SPD in der Gesundheitspolitik.
Explosionsartige Zunahme von Regelungsdichte und bürokratischem Ballast.
Verdeckte Rationierung: Medikamentenbudgets, Heilmittelbudgets, Fallzahlbudgets, Leistungsbudgets, Zeitbudgets! Arzt wird via Regress-Risiko als Rationierer instrumentalisiert.    Strategie zum Überleben seit der letzten Honorarreform 1/09: Sehen Sie möglichst viele Patienten, aber möglichst selten und machen Sie dann nichts mit ihnen…
Massive und chaotische Umverteilungsorgien: Süd nach Nord, West nach Ost, Facharzt zu Hausarzt.
Erklärtes Ziel, die freiberuflichen Fachärzte zu „zerschlagen“.

Bei der letzten Gesundheitsreform wurde das Parlament von Ulla Schmidt ausgetrickst. Ein höchst kompliziertes und intransparentes Gesetz (> 500 Seiten) wurde den Paralamentariern am Vorabend der Abstimmung zugefaxt. Die Abgeordneten haben das Gesetz durchgewunken, ohne es zu kennen.

Zur Position der CSU:
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Seit Hr. Söder Gesundheitsminister ist, kann man ein ernsthaftes Interesse der CSU an der Gesundheitsproblematik erkennen. Hr. Söder hat sich in kurzer Zeit einen achtbaren Respekt erarbeitet. Problem: er erscheint in seinen Positionen nicht klar gefestigt und hat schon einige Standpunkte nach kurzer Zeit revidiert. Es sieht so aus, als ob er gelegentlich von Hr. Seehofer „zurückgepfiffen“ wird. Herr Seehofer wird von der Ärzteschaft nicht geschätzt. Unter seiner Ära als Gesundheitsminister begann der Niedergang der Ärzteschaft. Seine Beleidigung unseres Berufsstandes – „Ärztepack“ – ist legendär.

Zur Position der CDU:
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Diese ist höchst problematisch, da von der SPD-Position praktisch nicht zu unterscheiden. Folgende Zitate sind in aller Munde (wenn auch nicht beweisbar):
Hr. Laumann:  „in 5 Jahren sind die niedergelassenen Fachärzte Geschichte“.
Fr. Müller:  „wir werden die Teiche austrocknen und die Frösche nicht nach ihrer Meinung fragen“.
Kanzlerin Merkel interessiert sich eindeutig nicht für Gesundheitspolitik und hat erst kürzlich wieder erklärt, dass mit dem Gesundheitsfonds alles bestens sein. Sie ist inzwischen bei den Ärzten fast so unbeliebt wie Ulla Schmidt.

Lösungsansatz:
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Die Ärzte in freiberuflicher Praxis behandeln 90 % der ‚Fälle‘ für 15 % der Gesamtausgaben der Krankenkassen. Diesen Sektor zu zerstören, bringt sicher keine Lösung der Probleme !

Der einzig sinnvolle Ansatz ist die sog. Direktabrechnung zwischen Arzt und Patient – wie schon immer beim Privatpatienten. Der Patient erhält für die Leistungen eine Rechnung, die er dann naturgemäß auch auf Richtigkeit überprüft. Die ganzen Betrugsvorwürfe gegen die Ärzteschaft wären hinfällig. Der Pat. ist bei einer Krankenkasse seiner Wahl versichert und reicht die Rechnung dort zur Erstattung ein (Zum Problem des Versickerns von Geld in der GKV siehe Anlage).
Erforderlich wäre dafür die Erstellung einer entsprechenden Gebührenordnung, wobei man hierfür ohne Probleme die eigentlich geltende EBM-Gebührenordnung für Kassenpatienten hernehmen könnte. Dabei könnte man dann sogar noch die sog. Chroniker-Ziffern eliminieren, denen keine Leistung, sondern nur das geschickte Verschlüsseln von Diagnosen zugrunde liegt.

Vorteile:
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* die tatsächliche Leistung wird bezahlt
* effiziente Kontrolle durch den Patienten
* echter Wettbewerb zwischen den Kassen (z.B. Tarife mit Selbstbehalt, Tarife mit verpflichtender Erstkonsultation beim Hausarzt, günstige Tarife mit Minimalversorgung, teure Tarife mit Rundum-Sorglos-Paket usw.)
* wenn eine Kasse zahlungsunwillig ist, muss sie dies mit ihrem Kunden klären und kann nicht pauschal die Ärzteschaft betrügen
* durch Wegfall von Kassenärztlicher Vereinigung und Gesundheitsfonds fallen zwei büro­kratische Wasserköpfe weg, in denen Unsummen auf intransparente Weise verschwinden.
* bei den Patienten wächst das Kostenbewusstsein, da sie endlich die tatsächlichen Kosten sehen können.

angebliche Nachteile:
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* die Ärzte tragen das Risiko der durch Pat. nicht bezahlten Rechnungen. Das ist in Ordnung. Die Zahlungsmoral der Patienten kann gar nicht so schlecht sein wie die der Kassen !
* die Patienten kommen damit nicht zurecht. Unsinn: jeder Mensch, der eine KFZ-Haftpflicht od. eine Rechtsschutzversicherung handhaben kann, wird auch damit zurecht kommen.

echte Nachteile:
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die Versicherten erkennen, dass ihre Beiträge zu einem erheblichen Teil nicht ihnen selbst zugute kommen (Problem der sog. versicherungsfremden Leistungen)
Es werden Beschäftigte im Verwaltungsbereich abgebaut (80.000 Krankenkassen-Beschäftigte in Frankreich, 160.000 in Deutschland).